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Interview

„Das Imageproblem von AstraZeneca ist eine Gefahr“

Der Impfstoff mit dem Imageproblem: AstraZeneca.
APA/AFP/THOMAS KIENZLE
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Pharmakologe Markus Zeitlinger über die Angst vor Nebenwirkungen, ob es sinnvoll ist, Aspirin zur Impfung dazu zu nehmen und, zu welchem Impfstoff er seinem 81-jährigen Vater rät.

Eine 49-jährige Krankenpflegerin des Klinikums Zwettl ist in Folge schwerer Gerinnungsstörungen gestorben, eine 35-jährige Kollegin entwickelte eine Lungenembolie, musste im Spital behandelt werden, befand sich zuletzt aber auf dem Weg der Besserung. Beide waren kurz zuvor mit dem Impfstoff von AstraZeneca aus derselben Charge geimpft worden. Von der EU-Arzneimittelbehörde EMA hieß es am Mittwoch – wie schon zuvor vom österreichischen Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen BASG, es gebe keine Hinweise auf einen Zusammenhang mit der Impfung. Aber auch aus Graz wurde der Fall einer 51-jährigen Krankenpflegerin bekannt, die zehn Tage nach der Impfung eine Lungenembolie erlitten hatte (sie ist bereits wieder aus dem Spital entlassen) und Dänemark setzt nach Berichten über schwere Blutgerinsel die Impfung mit AstraZeneca für 14 Tage aus. Gibt es Grund zur Sorge?

Die Presse: Die EMA sieht keinen Hinweis auf einen Zusammenhang der Impfung und den Zwettler Fällen. Kein Hinweis – das heißt im Grunde nicht viel, oder? Das Obduktionsergebnis liegt ja auch noch nicht vor.

Markus Zeitlinger: Die Untersuchung der Einzelfälle ist nicht abgeschlossen, das stimmt. Aber, die Aussage, dass es aus heutiger Sicht keine Hinweise auf einen Zusammenhang gibt, beruht auf mehreren Ebenen: Was bereits untersucht ist und ausgeschlossen werden kann ist, dass es eine Verunreinigung oder Kontamination mit Bakterien gab. Die Obduktion ist nicht abgeschlossen, aber aus den bisherigen Berichten lässt sich kein Zusammenhang mit der Impfung herstellen. Neben der Untersuchung der einzelnen Fälle gibt es die Untersuchung der Signale in der Bevölkerung.

Wie funktioniert das genau?