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Neue Sporthalle

Das Dusika-Stadion geht, die Sport Arena kommt

So soll die neue Sport Arena aussehen: Der Besucherzugang wird über die Engerthstraße erfolgen.
So soll die neue Sport Arena aussehen: Der Besucherzugang wird über die Engerthstraße erfolgen.Stadt Wien
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Das alte Ferry-Dusika-Stadion im Prater wird abgerissen – ab 2022 entsteht am Standort eine - energieautarke - Sport Arena, in der Ballsportler, Kunstturner und Leichtathleten Platz finden sollen.

Manch einen wird jetzt, da es bald Geschichte ist, wie so oft die Wehmut packen: Im September wird das Ferry-Dusika-Stadion beim Prater, das aktuell noch als Corona-Teststraße genutzt wird, abgetragen und für immer aus dem Stadtbild verschwinden.

Das, was ab 2022 stattdessen am Standort des Dusika-Stadions entstehen wird, wird optisch praktisch gar nicht an das in die Jahre gekommene Hallenstadion erinnern: Statt des aktuellen Ovals entsteht hier eine rechteckige Multifunktionshalle, in der zahlreiche Sportvereine von Kunstturnen bis Handball, von Basketball bis Leichtathletik Trainings- und Turniermöglichkeiten haben werden.

Details zu dieser Halle, die ab Juni 2022 gebaut werden soll und voraussichtlich „Sport Arena Wien“ heißen wird, haben Sportstadtrat Peter Hacker (SPÖ) und Anatol Richter, Leiter der MA 51 (Wiener Sportstätten), am Montag präsentiert: Den Siegerentwurf des Wiener Architekturbüros „Karl und Bremhorst“ nämlich, das sich im EU-weiten Wettbewerb unter 27 Einreichungen durchgesetzt hat.

Drei „Schichten"

Bestehen wird die Halle grob gesagt aus drei Modulen (die Architekten sprechen von „Schichten“): Besucher, die durch das Foyer in das Gebäude kommen, werden dann direkt von oben auf die – rund 3,5 Meter unter der Oberfläche liegende – große Ballsporthalle blicken können: Diese ist für Turniere mit bis zu 3000 Besuchern ausgelegt, sie kann aber auch verkleinert werden.

Genau das mache die neue Sport Arena aus, sagt Hacker: Flexibilität. „Wir brauchen keine Halle, die ständig für 3000 Besuchern bespielt wird“ – wie es beim Dusika-Stadion der Fall ist. Vielmehr lässt sich die Ballsporthalle bei Bedarf verkleinern, sodass auch vor weniger Publikum (und ohne leere Ränge) gespielt werden kann: Halbiert kann die Halle etwa für zwei Handball- oder Hockeyfelder genutzt werden, sie lässt sich auch vierteln, wodurch Platz für vier Volley- oder Basketballfelder ist.

Ganz oben: Leichtathletik

Unter der Halle entstehen Garderoben, darüber verschiedene Turnhallen, aber auch ein Fitnessstudio. Als oberste Schicht liegt eine weitere Ebene auf dem Bau, die für die Leichtathleten gedacht ist – unter anderem mit 200 Metern Laufbahn und einer 60-Meter-Sprintbahn. Auch diese Halle lässt sich flexibel nutzen – weshalb insgesamt deutlich mehr Sportler gleichzeitig die Hallen nutzen können als im Dusika-Stadion, in dem vor allem Radfahrer und Leichtathleten trainiert haben.
Größer als das bisherige Stadion wird sie aber dennoch nicht: Die versiegelte Grundfläche wird sogar kleiner (9000 statt 13.000 Quadratmeter), auf der so gewonnenen Freifläche ist eine „starke Durchgrünung“ geplant. Fast zeitgleich entsteht direkt nebenan der neue Fernbus-Terminal, der ein Jahr später (2025) als die Sport Arena öffnen soll: Diese soll – budgetiert sind 50 Millionen Euro – im ersten Quartal 2024 fertig werden.

Energieautarker Betrieb

Mitentscheidend dafür, dass sich der Entwurf vom Büro „Karl und Bremhorst“ durchgesetzt hat, waren auch die ökologischen Aspekte: Die Sport Arena soll energieautark betrieben werden (u. a. durch Fotovoltaik am Dach und Kühlung mittels Erdsonden). Bei der Errichtung sollen zudem Beton und Teile der Radbahn des Dusika-Stadions verarbeitet werden.
Apropos: Die Bahnrad-Anlage, Österreichs einzige übrigens, ist damit Geschichte: Für den Radsport ist in der neuen Arena kein Platz vorgesehen. Man bemühe sich aber, wie MA51-Chef Richter zur „Presse“ sagt, um eine Lösung. Eine Ausweich-Halle hat die Stadt jedenfalls nicht. Möglich sei, dass die Radsportler in einer privaten Halle unterkommen, für eine langfristige Lösung brauche es aber die Unterstützung des grünen Sportministers Werner Kogler.