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Psychologie

Frauenmorde: Sind das Nachahmungstäter?

Die SPÖ-Frauen bei einer Demo für mehr Gewaltschutz für Frauen im Mai.
Die SPÖ-Frauen bei einer Demo für mehr Gewaltschutz für Frauen im Mai.imago images/SEPA.Media
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Die Serie der Frauenmorde reißt nicht ab. Schon wieder wurde eine Frauenleiche gefunden. Warum nimmt dieses Morden kein Ende, fragen sich viele. Aber auch: Führen die vielen Berichte über Gewalt an Frauen zu Nachahmern?

Sie haben sie draußen gefunden, am Fuße des Untersberges in Salzburg. Tot durch Gewalt. Der Körper wies Verletzungen auf. Eine 44-jährige Frau.Die Polizei hat am Sonntag einen Haftbefehl gegen den vermissten Ex-Mann erlassen, 47-Jahre alt, auf der Flucht. Sein Auto, ein weißer BMW, wurde in der Nähe der Tauernautobahn gefunden. Tote gab es auch bei einem Familienstreit am Sonntag. Der Sohn ist schwer verletzt.

19 Frauen wurden mit Stand Montag in diesem Jahr mutmaßlich ermordet. Dabei ist das Jahr noch nicht um. Warum diese Gewalttaten, besonders gegen Frauen, seit Jahren nicht abreißen, fragen sich viele. Im Vorjahr gab es 31 Morde, 2018 sogar 41 Morde an Frauen. Seit heuer gibt es mehr Geld für Gewaltschutz, Gefährder müssen ab Mittwoch eine sechsstündige Gewaltpräventionsberatung machen. Etwas, das Maria Rösslhumer von den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern für „hochgefährlich“ hält, weil so vieles noch im Unklaren sei. „In sechs Stunden kann man keine Verantwortung übernehmen.“

Kein Werthereffekt

Auch Medien müssen sich fragen: Sind sie Teil des Problems? Werden nicht, je mehr über Frauenmorde und Gewalt an Frauen berichtet wird, Täter angespornt, das Gleiche zu tun? Ähnlich dem Werthereffekt, der durch Goethes Roman 1774 viele in den Tod trieb?