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Maskenpflicht

„Keine Hilfssheriffs”: Handel kritisiert Maskenkontrolle

++ THEMENBILD ++ CORONA: EINKAUFSZENTRUM / HANDEL
APA/HELMUT FOHRINGER
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Die neuen Vorgaben seien „weltfremd“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. Die Kontrolle der Maskenpflicht im Handel sei nicht der Job der Angestellten, meint Gewerkschafterin Palkovich.

Dass die Handelsangestellten künftig stichprobenartig kontrollieren sollen, welche Kunden ungeimpft sind und deshalb eine FFP2-Maske tragen müssen, erbost die Handelsunternehmen und die Gewerkschaft gleichermaßen. „Wie sollen sich die Beschäftigten auskennen?", kritisierte GPA-Gewerkschafterin Anita Palkovich am Mittwoch im „Ö1 Journal um acht" des ORF-Radio. „Sie sind nicht die Hilfssheriffs", die gegenüber den Corona-Maßnahmen kritische Menschen kontrollieren sollen.

„Das ist nicht ihr Job", sagte Palkovich. „Der Arbeitsdruck ist enorm hoch, der Handel sucht überall Personal, das heißt, die aktuelle Mannschaft muss das Programm stemmen." Insgesamt seien die Regelungen „kaum noch durchschaubar", kritisierte die für den Handel zuständige Wirtschaftsbereichssekretärin der Gewerkschaft GPA.

Auch die Arbeitgeber im Handel murren. Die Angestellten könnten nicht zusätzlich zu ihrer eigentlichen Tätigkeit auch noch Gesundheitsdaten abfragen, kritisiert Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will. „Das ist einfach weltfremd."

In der gestern Abend veröffentlichten und ab sofort geltenden 1. Novelle der 2. COVID-19-Maßnahmenverordnung ist festgelegt, dass Beschäftigte im „nicht-lebensnotwendigen" Handel mit unmittelbarem Kundenkontakt eine FFP2-Maske tragen müssen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel mit unmittelbarem Kundenkontakt müssen immer eine FFP2-Maske tragen.

Schramböck: Regelung ist „Kann-Bestimmung"

Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck (ÖVP) versucht am Mittwoch indes, die Wogen zu glätten. Die Regelung zu Kontrollen durch Handelsangestellte sei eine Kann-Bestimmung: „Geschäfte dürfen kontrollieren, wenn sie wollen, oder sie setzen andere Maßnahmen, etwa Schilder aufstellen, Durchsagen machen oder Masken verteilen." Alles andere seien Falschinformationen. Zudem sei der Handel in diese Regelungen eingebunden worden.

(APA)