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Waldbrand

Spekulationen über Ursache von Waldbrand im Höllental

Mehrere Helikopter sind bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Niederösterreich im Einsatz.
Mehrere Helikopter sind bei der Bekämpfung des Waldbrandes in Niederösterreich im Einsatz.(c) Matthias Fischer, APA/LFKDO NÖ
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Bei dem Waldbrand in Hirschwang bereitet den Einsatzkräften starker Wind große Sorge. Rund 500 Personen sind aktuell vor Ort. Die Löscharbeiten wurden zum Katastropheneinsatz erklärt.

„Unsere größte Gefahr wird sein, dass die nächsten Stunden eine grobe Änderung der Wetterlage bringen“, sagte der niederösterreichische Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner. Gemeint ist: Der seit Montag in Hirschwang in der Marktgemeinde Reichenau a.d. Rax (Bezirk Neunkirchen) wütende Waldbrand ist weiterhin nicht unter Kontrolle. Im Gegenteil: Das Feuer, der wohl „größte Waldbrand, den es jemals in Österreich gegeben hat“, wie Feuerwehrsprecher Franz Resperger meinte, wurde rückwirkend auf Dienstag zum Katastropheneinsatz erklärt. Und er dürfte noch länger dauern: Für heute, Donnerstag, wurde starker Wind prognostiziert; erst am Wochenende wird Regen erwartet.

Über die Ursache des Feuers wird derzeit noch spekuliert, da die Ermittler des Landeskriminalamtes derzeit zwar vor Ort sind, aber noch nicht zur vermuteten Ausbruchsstelle des Brandes vordringen können, sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Josef Huber, am Donnerstag im Ö1-„Morgenjournal“. Er selbst wollte keine Vermutung abgeben, angenommen wird aber, dass sich diese in der Nähe eines beliebten Wanderweges, dem Jägersteig, befinden dürfte. Der Grund dafür: In der Vergangenheit wurden hier von Besuchern manchmal Zigaretten weggeworfen oder Lagerfeuer angefacht - obwohl das im Landschaftsschutzgebiet streng verboten ist.

Fest steht: Während der Nacht waren rund 250 Feuerwehrleute im Einsatz, sie werden am Vormittag abgelöst. „Es werden heute wieder rund 500 Mitglieder in den Einsatz gehen“, kündigte Huber an. „Wir haben genug Material und Mannschaft, um diesen Waldbrand noch tagelang bekämpfen zu können.“ 

Die Strategie: Der Aufbau „einer neuen Verteidigungsfront“, damit die Flammen im Höllental nicht vom Schneeberg auf die Rax überspringen. Großtanklöschfahrzeuge mit Wasserwerfern wurden bereits in Stellung gebracht, um einen „Wasservorhang“ einzurichten, wie Andreas Januskovecz, Forstdirektor der Stadt Wien, der „Presse“ sagte. Zudem wird versucht, das Feuer und die Glutnester durch das Schlagen von Schneisen einzudämmen.

Zu diesem Zweck wurde die B 27 im Einsatzbereich bereits am Mittwoch für den gesamten Verkehr gesperrt. Zusätzlich wurden drei weitere Katastrophenhilfszüge mit 200 Feuerwehrmitgliedern aus den Bezirken Lilienfeld, Baden und St. Pölten abkommandiert. Mit Hubschraubern des Bundesheeres und der Polizei werden die Flammen nach wie vor von der Luft aus zu löschen versucht.  

„Die Verhältnisse sehr schwierig und kaum begehbar“ 

„Wir haben ein Überschlagen des Waldbrandes über das Höllental Richtung Rax zu verhindern", sagte Januskovecz. Gehe der Wind wie prognostiziert in den kommenden Stunden Richtung Rax hin, „haben wir dort einen Düseneffekt. Das Höllental wird enger, der Wind wird dadurch stärker und diese Düse facht das Feuer stark an.“ Aufgrund der steilen Hänge und der immer wieder abfallenden Gesteine seien „die Verhältnisse sehr schwierig und nicht bzw. kaum begehbar".

Talauswärts habe sich der Brand zwar ausgebreitet, dort seien die Verhältnisse aber besser, „denn dort haben wir Forststraßen und können das Gelände teilweise begehen“, meinte der Forstdirektor. Für die Wiener Wasserversorgung stelle der Brand derzeit keine Gefahr dar, weil die näheste der von der Hauptstadt genutzten Quellen noch einige Kilometer entfernt sei.

Katastropheneinsatz

Laut Verordnung der Bezirkshauptmannschaft Neunkirchen liegt in Reichenau, Hirschwang, Hirschwanger Forst sowie Klein- und Großau eine Katastrophe vor. "Diese Feststellung erfolgte aufgrund der außergewöhnlichen Situation, insbesondere dem großen Ausmaß des Brandes, dem in einem Quellschongebiet der Stadt Wien liegenden Brandgebiet, das mit seichtgründigem Baumbestand in unwegsamem Gelände bewachsen ist. Ebenfalls sind auch Gefährdungen der eingesetzten Kräfte, bedeutender Sachwerte, Siedlungsbereiche, Infrastruktureinrichtungen und der Trinkwasserreserven nicht ausgeschlossen", so die Behörde.

(hell)