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Serie: Natur-Talente

Visible Mending: Flicken, die man sehen soll

Kleidung mit Rissen, Löchern oder Flecken werden beim Visible Mending sogar zu Kunstwerken.
Kleidung mit Rissen, Löchern oder Flecken werden beim Visible Mending sogar zu Kunstwerken.beigestellt
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Kleidungsstücke reparieren, um ihre Lebensdauer zu verlängern - das Wiener Reperaturduo Resi flickt und bessert Lieblingsstücke aus. Im Rahmen der Vienna Art Week werden die Stücke ausgestellt.

Ein „Slow Fashion Hub“, der Änderungsschneiderei, offene Werkstatt und Tauschladen gleichzeitig ist. Davon träumen die beiden Wienerinnen Serafina Spatt und Alina Saavedra Santis, die hinter Resi stehen. Befreundet sind die beiden seit der Volksschule, Anfang 2021 haben sie sich als kleiderreparierendes Duo neu zusammengetan.

Ihre Methode ist das „Visible Mending“, ihr Zugang ein ganzheitlicher.  Ihnen geht es darum, die Lebensdauer von Kleidungsstücken - durch Reparieren, Tauschen und Selbermachen - auf vielfältige und nachhaltige Art zu verlängern. Während Saavedra Santis als gelernte Schneiderin Fachwissen mitbringt, ist Spatt Expertin für nachhaltige Entwicklung und interessiert sich für Kreislaufwirtschaft.

Visible Mending setzt ein visuelles Statement.
Visible Mending setzt ein visuelles Statement.beigestellt

Flickarbeit als stiller Protest

„Visible Mending“, also sichtbare Flickarbeit, bessert in die Jahre gekommene Kleidung nicht nur aus, sondern wertet sie durch kreative und kunstvolle Gestaltung auf. Spatt und Santis fasziniert daran nicht nur der nachhaltige Gedanke, sondern auch der niederschwellige Zugang: „Man braucht hier weder Ausbildung noch Nähmaschine. Ein Loch in der Jeans oder im Pullover kann mit einfachen Techniken wirklich jeder stopfen, auch wenn man nicht nähen kann.“

In den Workshops der beiden vermitteln sie einfache Grundtechniken des Stickens und Webens, danach ist für den Umgang mit Löchern, Rissen und Flecken Kreativität gefragt. Denn anders als bei der klassischen Reparatur in der Änderungsschneiderei, wo die ausgebesserte Stelle möglichst unsichtbar sein soll, geht es beim Visible Mending auch darum, ein visuelles Statement zu setzen: „Die Sichtbarkeit regt zur Kreativität an.“ Wer ein offensichtlich repariertes Lieblingsstück trägt, zeige ein Zeichen des stillen Protests dagegen, wie heute Kleidung konsumiert wird.

Visible Mending baut auf Grundstichen des Stickens und Webens auf.
Visible Mending baut auf Grundstichen des Stickens und Webens auf.beigestellt

Aufbessern statt Ausbessern

Die Pragmatik des ausgebesserten T-Shirts verbindet sich beim visible Mending mit künstlerischem Anspruch: „Es bringt ein bisschen Kunst in den Alltag und regt zur Auseinandersetzung mit der eigenen Kleidung an. Manchmal freut man sich richtig übers Mottenloch, denn es gibt die Möglichkeit daraus Neues zu schaffen.“ Wer in seine Kleidung Arbeit stecke, sich mit dem Stoff und den Materialien beschäftige, der hätte auch eine höhere Wertschätzung dafür. „Oft werden so Stücke, die man schon lange hat, zum absoluten Lieblingspullover“, sagt Spatt.

Serafina Spatt und Alina Saavedra Santis träumen von ihrem eigenen Geschäft, einem "Slow Fashion Hub."
Serafina Spatt und Alina Saavedra Santis träumen von ihrem eigenen Geschäft, einem "Slow Fashion Hub."beigestellt

Im Rahmen der Vienna Art Week werden ausgewählte Kleidungsstücke von Resi im Studio Open Cave ausgestellt - der Gebrauchsgegenstand Kleidung wird so zum Kunstobjekt. Und für jene, die sich das sichtbar Reparierte nicht nur anschauen möchten, sondern Lust haben, selbst zu Nadel und Faden zu greifen, gibt es im Rahmen der Ausstellung Workshops und einen Kleidertausch.

„Natur-Talente“

In einer losen Serie sollen an dieser Stelle in Zukunft Projekte und Personen vorgestellt werden, die sich mit dem Thema „Nachhaltigkeit“ beschäftigen.

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