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Serie: Natur-Talente

Der Stoff, aus dem Geschenke sind

Fürs Auge und das Gefühl verpackt - Regina Preloznik stellt wiederverwendbare Geschenkverpackungen her.
Fürs Auge und das Gefühl verpackt - Regina Preloznik stellt wiederverwendbare Geschenkverpackungen her.beigestellt
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Die Serie "Natur-Talente" stellt jede Woche Menschen und Labels vor, die die Welt mit ihren Projekten ein kleines bisschen besser machen wollen. Diese Woche: Nachhaltige Geschenkverpackungen aus Stoff.

Man feiert, man lacht, man beschenkt sich. Doch nach dem Fest sorgen Berge an Müll, meist Geschenkpapier, für ein schlechtes Gewissen. So empfand das zumindest Regina Preloznik immer: „Meist ist das Papier auch noch teuer und schön gewesen, aber wegen Klebestreifen trotzdem schwierig wiederzuverwenden.“ Preloznik ist deswegen schon vor Jahren dazu übergegangen besonders große Geschenke unter einem Polsterüberzug oder einer Tischdecke zu verstecken: „Das hat mir aber nie wirklich gefallen und war auch eine unzufriedenstellende Lösung.“ 

Während des ersten Lockdowns, als Prelozniks eigentliches berufliches Standbein Moderation wegbricht, klemmt sie sich hinter die Entwicklung ihrer Geschäftsidee: Stoff nach Maß, händisch zugeschnitten und eingesäumt als wiederverwendbare Alternative zur Verpackung aus Papier. Der Nachhaltigkeitsgedanke des Geschenkpapiers aus Stoff von „Geschenkstoff“ ist also geblieben, Aussehen und Haptik haben aber freilich nichts mit Tischtuch oder Bettüberzug zu tun.

Mit gutem Gewissen verschenken

„Normales Papier ist ja eigentlich gut recycelbar, aber gerade Geschenkpapier ist oft foliert oder mit Kunststoffanteilen versetzt“, erklärt Preloznik das Nachhaltigkeitskonzept hinter ihrer Idee. Sie verwendet leichte Baumwollstoffe, die sich angenehm angreifen und mit gutem Gewissen verschenkbar sind. Ihre Stoffe werden innerhalb der EU angekauft, sind Öko-Tex oder GOTS-zertifiziert und werden in Wien und Umkreis weiterverarbeitet. Recyceln ist hier gar nicht mehr notwendig, denn bereits der einfache Griff zum Bügeleisen macht Geschenkstoffe wiederverwendbar.

Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft des Vorjahres war der Shop aufgebaut, das Sortiment hat sich aber im Laufe des Jahres verbreitert. Sommerliche Stoffe für Flaschensackerl, Herzerl-Motive zum Valentinstag oder Geschenkstoffe aus reiner Seide für Hochzeitsgeschenke finden sich im Online-Shop von Geschenkstoff. „Wer sich für die Idee der nachhaltigen Verpackung aus Stoff begeistern kann, der soll bei uns auch für jeden Anlass etwas finden“, erläutert Preloznik.

Die Kunst der Verpackung

Furoshiki - so heißen die traditionellen japanischen Tücher, die dort mit spezieller Knottechnik zum Verpacken und Transportieren von Geschenken verwendet werden.

Und während das Material durchaus Anleihe in der japanischen Tradition findet, ändert sich die Art des Einpackens bei Pelozniks Modellen nicht. Statt Klebestreifen wird der Stoff mit Schnur fixiert: „Beim ersten Mal muss man ein bisschen üben, aber wie beim Papier gibt es auch hier talentierte und nicht so talentierte Einpacker“, erklärt Preloznik. Für jene, die des Einpackens mangels Talent leid sind, gibt es auch ein Modell, das das Falten und Wenden gänzlich obsolet macht - ein Stoff-Geschenksackerl mit Griff.

Schnur statt Klebestreifen, bei der die Verpackung aus Stoff.
Schnur statt Klebestreifen, bei der die Verpackung aus Stoff.beigestellt

Zirkuläres Schenken

„Manche sagen, die Hülle darf nicht teurer als das Geschenk sein“, sagt Preloznik mit Blick auf den Preis ihrer Geschenkverpackungen, „aber es geht darum, nicht kurzfristig zu denken, der Stoff ist 100-mal verwendbar und damit sicher billiger.“ Ihre Vision ist die eines zirkulären Schenkens - ein Vorrat verschiedener Geschenkstoffe sollen sich im Haushalt finden, sie sollen beständig weiterverschenkt und wiederverwendet werden. Um gerade diesem zirkulären Denken Aufmerksamkeit zu schenken, kommen die Geschenkstoffe seit Neuestem mit einem Reisepass, in dem die verschiedenen Stationen eingetragen werden können. „Wenn wir schon nicht reisen können gerade, dann sollen wenigstens unsere Geschenkstoffe ein bisschen herumkommen.“ 

 

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