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Nach "Anti-Homo-Haus"

Grüne, SPÖ und Neos fordern mehr Diskriminierungsschutz für Homosexuelle

Die Regenbogen-Flagge als Symbol für Toleranz und Vielfalt hinsichtlich Geschlecht und Sexualität
Die Regenbogen-Flagge als Symbol für Toleranz und Vielfalt hinsichtlich Geschlecht und Sexualität(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Ein Beherbergungsbetrieb, der sich selbst als "Anti-Homo-Haus" bezeichnet hat, sorgt für Aufregung. Die Grüne Ernst-Dziedzic stellt eine Gesetzesänderung in den Raum.

Grüne, SPÖ und Neos haben sich für eine Erweiterung des Diskriminierungsschutzes für Homosexuelle ausgesprochen. Immer noch dürfen diese beim Zugang zu Dienstleistungen und Gütern diskriminiert werden - ein Beherbergungsbetrieb in der Wachau zeigte das mit seiner Deklaration als "Anti-Homo-Haus" vor. Die grüne Nationalratsabgeordnete Ewa Ernst-Dziedzicsieht im Ö1-"Morgenjournal" die Möglichkeit, anlassbezogen an einer Gesetzesänderung zu arbeiten.

In Österreich gebe es unterschiedliche Lobbygruppen, etwa auf wirtschaftlicher und religiöser Ebene, die eine solche Änderung blockieren würden, sagte Ernst-Dziedzic. SPÖ-LGBTIQ-Sprecher Mario Lindner forderte ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung, das sei bisher allerdings an der ÖVP gescheitert. Die türkis-grüne Regierung hätte mehrere Anträge der SPÖ in der Sache abgelehnt.

Aufgrund von sexueller Orientierung diskriminiert

Auch der Neos-Abgeordnete Yannick Shetty sprach sich gegenüber Ö1 für das Ausweiten des Diskriminierungsschutzes aus: "Es kann im Jahr 2022 nicht sein, dass jemand von ganz alltäglichen Gütern und Dienstleistungen ausgeschlossen wird, lediglich aufgrund der sexuellen Orientierung."

Auch ÖVP-Generalsekretärin Laura Sachslehner und FPÖ-Abgeordnete Rosa Ecker kritisierten den Anlassfall. Ob die ÖVP sich damit einer Gesetzesänderung gegenüber offen zeigt, blieb im "Morgenjournal" unklar. Ecker will keine Überregulierung und verglich den Vorfall mit Betrieben, die keine Kinder als Gäste akzeptieren.

Dass es im Beruf bereits einen gesetzlichen Schutz vor Diskriminierung gibt, nicht aber in anderen Bereichen, kritisierte auch Astrid Weinwurm-Wilhelm, Präsidentin des Verbands Pride Biz Austria, der die Inklusion von sexueller Diversität in Wirtschaft und Arbeitswelt fördert: "Es ist nun an der Zeit, den österreichischen Diskriminierungsschutzes auf alle Lebensbereiche auszuweiten." Sie forderte außerdem, dass Leistungen von Kranken-, Pensions- und Unfallversicherungen wie Krankengeld oder Familienbeihilfe LGBTI-Personen diskriminierungsfrei bereitgestellt werden.

>>> Zum Beitrag im Ö1-"Morgenjournal"

(APA)