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Corona-Berichterstattung

KommAustria leitet Verfahren gegen Servus TV ein

Ferdinand Wegscheider tritt bei seiner Sendung "Der Wegscheider" mit einer Till-Eulenspiegel-Handpuppe auf.
Ferdinand Wegscheider tritt bei seiner Sendung "Der Wegscheider" mit einer Till-Eulenspiegel-Handpuppe auf.Servus TV
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Servus-TV-Chef und Corona-Maßnahmengegner Ferdinand Wegscheider bringt den Sender in die Bredouille.

Auch in seiner jüngsten Sendung nützte Ferdinand Wegscheider die Gelegenheit, um gegen den „Corona-Wahnsinn“ der Regierung zu polemisieren - obwohl es darin um etwas ganz anderes ging: die heimischen Gasspeicher und den Boykott russischer Künstler. Die Pandemie, besser gesagt: seine Kritik an den Coronamaßnahmen, ist dem Servus-TV-Chef offenbar ein großes Anliegen, denn immer wieder befasst er sich damit in seinem Wochenkommentar „Der Wegscheider“. Jetzt gerät der Sender, der zum Red Bull Media House gehört, deswegen in die Bredouille. Denn die KommAustria hat laut „Profil“ ein Verfahren gegen Servus TV eingeleitet.

Gemäß dem Audiovisuellen Mediendienste-Gesetz (AMD-G) müssen TV-Sender Nachrichten, die sie verbreiten, „auf Wahrheit und Herkunft prüfen“. Seit Dezember hat die Medienbehörde nun den Vorwurf geprüft, dass Servus-TV diese Pflicht verletzt hat. Der Presseclub Concordia hatte Beschwerden und Indizien gesammelt und eine Sachverhaltsdarstellung eingebracht. So hat Wegscheider unter anderem fälschlicherweise behauptet, dass das Medikament Ivermectin in anderen Ländern „erfolgreich“ gegen Covid-19 angewendet werde. Zitiert wird er von der Concordia auch mit dem Satz: "Gott sei Dank sind die Behörden bei abgelaufenen Genimpfstoffen nicht ganz so streng und drücken schon einmal ein Auge zu, wenn das Ablaufdatum still und heimlich verlängert wird.“

Corona-Leugner und ein Till Eulenspiegel

Wegscheider tarnt seine Kritik gern als Satire und bemüht dafür eine Till-Eulenspiegel-Handpuppe, die er stets in seiner Sendung dabei hat. Doch auch in den Meinungs- und Diskussionsformaten auf Servus TV fanden Corona-Leugner immer wieder eine Plattform, darunter der umstrittene Infektionsepidemiologe Sucharit Bhakdi oder der deutsche Finanzwissenschaftler Stefan Homburg, der behauptete, Corona sei „nix anderes wie Influenza!“.

Die Concordia vermisst im Programm von Servus-TV daher Objektivität, Meinungsvielfalt und journalistische Sorgfalt. Speziell beim Wochenkommentar "Der Wegscheider“ sollen "vor allem durch falsche oder irreführende Äußerungen, einseitige und unsachliche Ausführungen und durch unzulässige Eingriffe in die Rechtssphäre von Dritten, wiederholte und schwerwiegende Verstöße gegen die Bestimmungen des AMD-G" vorliegen, so der Vorwurf. Nun soll in einem Verfahren vor der KommAustria, bei dem auch Servus-TV die Möglichkeit zur Stellungnahme erhalten wird, geklärt werden, ob der Sender generell, bzw. Wegscheider mit seiner Sendung das Gesetz verletzt hat.