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Interview

UniCredit-Chef Andrea Orcel: "Ziehe ich in Russland den Stecker, werde ich verklagt"

Der UniCredit-Chef, Andrea Orcel, galt als Superstar unter den Investmentbankern.wildbild, Herbert Rohrer
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Noch im Jänner saß Andrea Orcel mit Putin am Tisch, um über ein Engagement zu sprechen. Jetzt muss der Italiener, der als einer der wichtigsten Banker Europas gilt, die UniCredit als CEO nicht nur durch den Krieg, sondern auch eine mögliche Rezession und eine politische Krise in Italien führen.

Betreiben Sie noch Kickboxen als Sport? Wie ist Ihre Schlagkraft?

Andrea Orcel: Ja. Aber ich boxe mehr als ich kickboxe. Es hilft mir, fit zu bleiben, Stress abzubauen und wie schon die Römer sagten: „Mens sana in corpore sano.“

 

Würden Sie sich wünschen, die Europäische Zentralbank (EZB) hätte mehr Schlagkraft oder sind Sie mit ihrer zaghaften Politik inmitten einer rekordhohen Inflation zufrieden?

Ich bin mit ihr recht zufrieden.

Wirklich?

Wir sehen nicht dieselbe Inflation wie in den USA. Unsere Inflation ist rohstoffgetrieben, aber keine konsumbasierte. Das ist wichtig, weil eine durch Lebensmittel- und Energiepreise verursachte Inflation schwieriger mit Leitzinsen in Schach zu halten ist, da die Zinserhöhungen gleichzeitig zu einer Verteuerung von Hypotheken, Konsum- und Unternehmensfinanzierungen führen. Das heißt, sie schmerzt nicht nur an einer Stelle, sondern in der ganzen Breite. Für die EZB ist das ein Balanceakt. Sie muss die Inflation unter Kontrolle bringen und die Wirtschaft am Laufen halten.