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Präislamische Göttinnen mit Löwe (Ausschnitt).
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Theologie

Woran erkennt man satanische Verse?

Das Attentat auf Salman Rushdie wird von Islamisten mit dem Inhalt des Romans „Die satanischen Verse“ begründet. Tatsächlich rührt dessen titelgebendes Motiv an einen heiklen Punkt orthodoxer Offenbarungsreligionen.

Im Jahr 1820 hatte der 15-jährige US-Amerikaner Joseph Smith seine erste Vision: In einem Wald erschienen ihm Gott Vater und Jesus Christus. Drei Jahre später folgte ein Engel, der sich als Moroni vorstellte und Smith einen Ort beschrieb, an dem Goldplatten verborgen seien, die Schrift auf diesen möge er ins Englische übersetzen. Das habe er, geleitet durch Gott, getan, erklärte Joseph Smith. So entstand das Buch Mormon, in dem selbst ein um 600 v. Chr. aus Jerusalem geflohener, schließlich nach Amerika ausgewanderter Prophet namens Nephi als erster Autor genannt wird.

Das ist in Kürze die Geschichte des Buchs, das bis heute von der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage als heilige Schrift anerkannt wird, mit dem Alten und dem Neuen Testament. Niemand wird darüber böse spotten; und wenn es jemand täte, werden die 16 Millionen Mitglieder dieser (zu den Mormonen gerechneten) Kirche es wohl mit Gleichmut ertragen. Aber es wirft Fragen auf: Wieso finden die meisten heutigen Menschen, auch die gläubigen Monotheisten, die Idee absurd, es könnte in der Neuzeit eine neue Offenbarung geben? Und, noch grundlegender: Woran erkennt man, ob eine Offenbarung echt ist?