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Immobilien

Was kommt nach der Immobilienparty?

Der Bauboom in Österreich neigt sich dem Ende zu. Die Nachfrage nach Wohnraum wird aber hoch bleiben.(c) REUTERS (LEONHARD FOEGER)
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Steigende Zinsen, strengere Kreditvergabe und ein Ende des Baubooms – die Vorzeichen auf dem Immobilienmarkt haben sich über Nacht geändert. Doch wer auf sinkende Preise und Schnäppchen spekuliert, der dürfte enttäuscht werden.

Jahrelang schossen die Preise für Wohnungen und Häuser in Österreich durch die Decke. Wer konnte, kaufte, denn es brauchte nicht viel – die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank machte es möglich. Die Kredite waren billig, Eigenkapital kaum nötig, die Nachfrage nach Wohnraum wegen der wachsenden Bevölkerung ungebrochen. Mietwohnungen, vor allem in guten Lagen, waren ein Selbstläufer. Die Eigentumswohnungen wurden den Maklern aus den Händen gerissen, entsprechend überschaubar war für sie der Arbeitsaufwand. Doch die Voraussetzungen haben sich schlagartig verändert, seit die EZB ihre ultralockere Geldpolitik beendet hat. Ende Oktober hob sie den Leitzins erneut um 0,75 Prozent an, er liegt nun bei zwei Prozent. Weitere Steigerungen dürften folgen.

Die historisch guten Konditionen für Kreditnehmer sind damit passé. Dazu kommen verschärfte Richtlinien für Immobilienkredite und höhere Baukosten. All das macht Investitionen in Immobilien weniger attraktiv. Und das Eigenheim für viele unerschwinglich. Schon hoffen  manche, dass die Preise für Immobilien stagnieren oder sogar sinken. Aber ist diese Hoffnung berechtigt? Bislang jedenfalls noch nicht. „Die Preisentwicklung hat sich im ersten Halbjahr 2022 noch einmal beschleunigt“, sagt Matthias Reith, Analyst bei der Raiffeisen Bank International (RBI). Er rechnet für das Gesamtjahr noch einmal mit einem Anstieg der Preise für Wohnimmobilien von elf Prozent. Seit Corona gab es noch einmal eine Zunahme der Preisdynamik. Das starke erste Halbjahr sei der maßgebliche Grund, warum er für das Gesamtjahr noch einmal zweistellige Zuwächse erwartet. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in unserer Prognose durchaus ein zweigeteiltes Jahr erwarten.“ Für die nähere Zukunft erwartet Reith jedenfalls eine „verhaltenere Preisentwicklung“ als zuletzt. Gründe sind die strengeren Regulierungen bei Krediten und die Zinserhöhungen. „Die Kombination aus beiden macht es aus“, sagt der Analyst.