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Kitzbühel: „Da geht es in Wahrheit ums Überleben“

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(c) APA/HANS KLAUS TECHT (HANS KLAUS TECHT)
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Nach Hans Gruggers schwerem Sturz ging die Show in Kitzbühel wie geplant weiter. Der Kroate Ivica Kostelić gewann den Super-G. Er weiß auch, worauf es bei der Abfahrt ankommt.

Kitzbühel. Die Stimmung am Fuße des Hahnenkamms hat am Freitag noch lange nicht den Höhepunkt erreicht, aber die Show muss auch nach einem schweren Sturz weitergehen. Die Fans lassen sich das Kitzbühel-Wochenende nicht verdrießen, nur bei den Fanklubs der Österreicher war eine leichte Zurückhaltung spürbar. Der Rest wird einfach im Alkohol ertränkt. Daran hat sich nichts geändert.

Aus dem Häuschen waren vor allem die kroatischen Fans, sie bejubelten den nächsten Sieg von Ivica Kostelić, den ersten in einer Speed-Disziplin. Seit Jahresbeginn schwebt er mit einer beeindruckenden Selbstsicherheit ins Tal, seit dem Parallelbewerb in München hat er sich zu einem Seriensieger entwickelt. Fünf Erfolge hat er seither eingefahren, hält nun bereits bei 16 Weltcupsiegen. „Der gelbe Helm“, meinte er in Anspielung auf Hermann Maier, der in Kitzbühel sechsmal gewonnen hat, „musste einfach auch heuer wieder ganz vorn sein.“

 

Von Startnummer profitiert

Kostelić gab zu, auch von der niedrigen Startnummer drei profitiert zu haben, zeigte sich dann aber doch überrascht, dass es für die schnellste Fahrt des Tages reichte. „Schön langsam finde ich Gefallen daran, flott zu fahren“, sagte der Routinier, der stets von seiner Schwester Janica begleitet wird. „Es macht Spaß. Dass ich im Super-G den Rückstand auf die Konkurrenz reduziere, das war heuer ohnehin eines meiner Ziele. Mit Top-Ten-Platzierungen habe ich schon gerechnet, aber nicht damit, ganz oben zu stehen.“

Ivica Kostelić wird auch die heutige Abfahrt in Kitzbühel bestreiten, zu den Topfavoriten zählt er allerdings nicht. „Die klassische Abfahrt“, meint er, „die wird eine riesige Herausforderung für mich. Da geht es in Wahrheit ums Überleben.“

Georg Streitberger fasste seinen ganzen Mut zusammen, wurde mit Rang zwei belohnt. „Ich habe alles riskiert, den Ski einfach runtergelassen – ich habe gewusst, dass ich so richtig schnell war“, meinte er. Er hat somit das WM-Ticket in der Tasche. So wie Romed Baumann, der Fünfter wurde.

Super-G Kitzbühel

1.Ivica KostelićCRO1:17,33
2.Georg StreitbergerAUT+ 0,23

3.Aksel Lund SvindalNOR+ 0,28
4.Didier CucheSUI+ 0,36
5.Romed BaumannAUT+ 0,73
6.Silvan ZurbriggenSUI+ 0,76
7.Adrien TheauxFRA+ 0,89
8.Tobias GrünenfelderSUI+ 0,94
9.Hannes ReicheltAUT+ 0,97
10.Bode MillerUSA+ 1,07

Ausgeschieden: Benjamin Raich, Michael Walchhofer, Klaus Kröll, Philipp Schörghofer (alle AUT).

Super G-Weltcup nach 4 von 7Rennen

1.Georg StreitbergerAUT227
2.Didier CucheSUI179

3.Romed BaumannAUT163
4.Tobias GrünenfelderSUI162
5.Michael WalchhoferAUT149

Weiters: 6. Ivica Kostelić (CRO) 146.

Herren-Gesamtweltcup nach 19Rennen

1.Ivica KostelićCRO826
2.Aksel Lund SvindalNOR571

3.Silvan ZurbriggenSUI509
4.Didier CucheSUI473
5.Benjamin RaichAUT434

Weiters: 6.Michael Walchhofer 433, 7. Romed Baumann 430 (beide AUT), 8. Carlo Janka 421 (SUI).

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.01.2011)