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USA: Wo Geld und Klasse zu Hause sind

(c) REUTERS (STEPHANE MAHE)
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An den Spitzenunis wird nicht nur gelehrt, es fließt auch das Geld in Strömen. Die USA wissen wie keine andere Nation, ihre Unis zu verkaufen. Ganze Abteilungen beschäftigen sich mit Rankings, um gut zu punkten.

Harvard ist die beste Universität der Welt. Daran hegt wohl kaum jemand Zweifel, der sich ernsthaft mit den verschiedensten Rankings beschäftigt. Und doch: Nicht nur Lehre und Forschung bestechen an den besten US-Unis durch ihre Extraklasse. Die Amerikaner wissen wie keine andere Nation, ihre Unis zu verkaufen. So beschäftigen sich alleine in Harvard mehrere Vollzeitangestellte mit nichts anderem als den jährlich erscheinenden Ranglisten.

Das ist natürlich einerseits eine Budgetfrage – bei Studiengebühren jenseits der Marke von 40.000 Dollar pro Jahr bleibt den Eliteuniversitäten genug Geld übrig, um in die Erhaltung der Spitzenpositionen zu investieren. Allerdings könnte man auch sagen, dass sich die amerikanischen Unis geschickter als ihre europäischen und asiatischen Konkurrenten verhalten, wenn es darum geht, ihren Ruf zu verteidigen.

Dazu ein Beispiel: In der jährlich veröffentlichten Rangliste des Magazins „Newsweek“ spielt die Anzahl der Studierenden je Professor eine wichtige Rolle. Dabei werden aber nicht notwendigerweise die Gesamtzahlen einer Uni herangezogen, sondern Stichproben im tatsächlichen Unterricht genommen. Dann wird unterteilt: Jene Unis, die es in die Kategorie zehn bis 20 Studenten je Professor schaffen, bekommen deutlich mehr Punkte als jene der Kategorie 20 bis 30. Manche Unis beschäftigen sich damit im Detail – etwa die New Yorker Columbia University, die regelmäßig unter den zehn besten Unis der Welt zu finden ist. Entsprechend wird man dort kaum Klassen mit 21 oder 31, sondern eben mit 19 oder 29 Studierenden finden.

Eine kleine Änderung, die nicht viel kostet, aber viel bringt. Nun könnte man sagen, die US-Unis „erschwindelten“ sich ihre Spitzenplätze. Doch erstens zeugen diese Beispiele lediglich von der dort gelebten Professionalität, von der auch die Studenten profitieren. Und zweitens führen die Spitzen-Unis auch Rankings an, die sich nicht so leicht beeinflussen lassen. Etwa jene nach dem Durchschnittsverdienst der Absolventen oder der Zahl der Nobelpreisträger.

 

Investitionen in die Zukunft

Wie wichtig es in den USA ist, an einer guten Uni zu landen, zeigt die Tatsache, dass viele Eltern bei der Geburt ihres Babys damit beginnen, für Studiengebühren zu sparen. Allerdings: Die besten Maturanten können in Harvard, Berkeley und Yale auch ohne finanziellen Polster studieren. Ein Fünftel bis ein Sechstel aller Studienanfänger bekommen Stipendien. So sichern sich die Topunis die besten Köpfe, um auch in Zukunft an der Spitze zu bleiben. stef

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2011)