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19 EU-Staaten helfen Serbien und Bosnien

(c) REUTERS (� Srdjan Zivulovic / Reuters)
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Insgesamt 19 EU-Staaten helfen beim Wiederaufbau nach den heftigsten Regenfällen seit 120 Jahren. Auch Papst Franziskus hat zur Opferhilfe aufgerufen.

In den Hochwasser-Regionen Serbiens, Bosniens und Kroatiens sind die Pegel zahlreicher Flüsse zwar gesunken, die Situation war am Mittwoch aber nach wie vor dramatisch: Erdrutsche, Grundwasser und Flüsse, die sich ihre eigenen Wege bahnten, bereiteten lokalen Krisenstäben anhaltendes Kopfzerbrechen.

"Sehr dankbar für europäische Solidarität"

Indes ist die Zahl der EU-Staaten, die Serbien und Bosnien-Herzegowina im Kampf gegen die Überschwemmungen helfen, auf 19 gestiegen. Das teilte die EU-Kommission, die die Hilfsmaßnahmen koordiniert, am Mittwoch in Brüssel mit.

"Es kommen immer neue Hilfsangebote der Mitgliedstaaten, und ich bin sehr dankbar für diesen Ausdruck europäischer Solidarität", sagte die für Katastrophenhilfe zuständige EU-Kommissarin Kristalina Georgieva. Die EU-Kommissarin trifft am Mittwoch mit Vertretern der serbischen Regierung sowie mit einigen der europäischen Rettungskräfte in Belgrad zusammen.

400 Helfer aus EU-Staaten im Einsatz

Georgieva stellte Unterstützung der EU für Serbien und Bosnien beim Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur in Aussicht, nannte aber keine Zahlen. Nach Angaben der EU-Kommission befinden sich rund 400 Helfer aus EU-Staaten in Serbien und Bosnien, um die lokalen Behörden im Kampf gegen das Hochwasser zu unterstützen.

Der für den EU-Solidaritätsfonds zuständige EU-Regionalkommissar Johannes Hahn wollte am Mittwoch Serbiens Außenminister Ivica Dacic zu Gesprächen über mögliche Hilfen für Belgrad in Brüssel empfangen.

Papst bittet um Hilfe

Papst Franziskus hat bei der Generalaudienz zur Unterstützung Opfer der Hochwasserkatastrophe auf dem Balkan aufgerufen. Die Bevölkerung in Bosnien, Herzegowina und Serbien brauche dringend Hilfe, denn die Situation habe sich verschlimmert, sagte das Kirchenoberhaupt am Mittwoch vor 50.000 Gläubigen auf dem Petersplatz.

Schadensbewertung bis 30. Mai

Die serbische Regierung will bis 30. Mai eine Aufstellung der durch die katastrophalen Überschwemmungen angerichteten Sachschäden anfertigen. Das hat am Mittwoch die stellvertretende Ministerpräsidentin Zorana Mihajlovic angekündigt. Ersten offiziellen Schätzungen zufolge dürfte sich der Schaden auf mindestens eine Milliarde Euro belaufen.

Mihajlovic, die auch Verkehrsministerin ist, erklärte, dass von 3.500 des 17.000 Kilometer umfassenden höherrangigen Verkehrswegenetzes stark beschädigt oder ruiniert worden seien. Besonders schwierig sei die Situation für knapp 32.000 Menschen, die in den vergangenen Tagen ihre Häusern verlassen mussten.

Tausende Evakuierte wurden in Notunterkünften in Belgrad untergebracht. Nach Angaben der Behörden dürfte es unter anderem in Obrenovac, einer Stadt südwestlich von Belgrad, noch Wochen dauern, bis die Bewohner zurückkehren können.

(APA)