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Burgtheater-Chefin Bergmann stellt künftiges Programm vor

Designated director of Vienna´s Burgtheater Bergmann addresses a news conference in Vienna
(c) REUTERS (LEONHARD FOEGER)
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Martin Kusej, Andreas Kriegenberg und Alvis Hermanis kehren an die Burg zurück. Karin Bergmann, die bis 2019 die Leitung übernimmt, will auch Regisseure aus dem Osten einladen.

In schwarz mit barocken goldenen Verzierungen am Ärmel, die von einem Burgtheater-Kostüm stammen könnten, betrat die nunmehr fix bis 2019 bestellte Burg-Chefin Karin Bergmann - DiePresse.com berichtete - am Dienstag das Pausenfoyer. Sie hat ehrgeizige Pläne, von denen sie überzeugt ist, sie trotz dem Sparprogramms realisieren zu können: „Ich habe gesagt, dass ich nicht mehr die Gagen zahlen kann, wie früher. Aber die Gagen des Burgtheater sind immer noch so gut wie an vergleichbaren großen internationalen Theatern.“

Konkret hat Bergmann mit Regisseuren gesprochen, die früher am Burgthater inszeniert und ihre Karrieren inzwischen ausgebaut haben: mit Martin Kusej, der das Residenz-Theater in München leitet; er war gemeinsam mit Matthias Hartmann im Rennen um die Burg und hatte mit diesem kein gutes Verhältnis. Weiters nannte Bergmann Alvis Hermanis und Andreas Kriegenburg.

Sie kündigte an, dass sich die Burg wieder verstärkt den großen Stoffen der Weltliteratur zuwenden werde: Dantes „Göttlicher Komödie“, die Orestie, die Nibelungen, vielleicht wird es auch einen neuen „Jedermann“ geben. Im Zuge des Burg-Jubiläumskongresses, den sie im Oktober 2013 gestaltet hatte, habe sie Stefan Zweigs „Die Welt von gestern“ gelesen, erzählte Bergmann, in der es auch um den Mythos Burgtheater gehe. Zweig schilderte das alte Burgtheater, sie sehe als Motto für ihre Arbeit „Das Burgtheater für die Welt von morgen“. Österreich sei nach dem Ende der Monarchie ein kleines Land geworden, das aber nun im Zentrum eines größer werdenden Europas stehe, das sich im Burgtheater abbilden soll, vor allem indem Regisseure aus dem Osten eingeladen werden, aus Tschechien, der Slowakei, Slowenien, Ungarn.

Konkret nannte Bergmann Arpad Schilling. Sie selbst habe darum gebeten, dass ihr Vertrag nur bis 2019 laufe, weil sie glaube, dass dann jüngere Kräfte nachrücken sollten. Sie hoffe, dass die Bundestheater die seit langem nötige Valorisierung ihrer Budgets bekommen werden: „Es gibt Diskussionen um Geld für das Bundesheer und die Bildung. Aber es sollte nicht vergessen werden, dass Österreich einen der weltgrößten Theaterkonzerne hat und darauf kann das Land stolz sein“, sagte Bergmann.