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UN-Sicherheitsrat beschließt Beobachtermission für Aleppo

Ein zerstörtes Haus in Aleppo nach einem Luftschlag
Ein zerstörtes Haus in Aleppo nach einem LuftschlagAPA/AFP/YOUSSEF KARWASHAN
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Das Gremium votierte einstimmig. Indes haben rund 4500 Menschen seit Sonntagabend die letzten Rebellengebiete der syrischen Stadt verlassen.

Der UN-Sicherheitsrat hat die Entsendung einer Beobachtermission ins syrische Aleppo beschlossen. Das Gremium votierte am Montag einstimmig für eine entsprechende Resolution. Die Beobachter sollen die Evakuierungsaktionen aus dem bisher von Rebellen gehaltenen Ostteil der Stadt überwachen und über die Lage der noch verbliebenen Bewohner berichten.

Alle Kriegsparteien werden aufgerufen, die Sicherheit der UN-Vertreter zu garantieren und ihnen freien Zugang in die Konfliktgebiete zu gewähren. Der syrische UN-Botschafter wertete den Beschluss des UN-Sicherheitsrates als "Teil der fortgesetzten Propaganda gegen Syrien und seinen Kampf gegen Terroristen". Frankreichs Präsident Francois Holland forderte umgehend, die nun beschlossene Resolution müsse "den Weg zu einem Waffenstillstand und Verhandlungen" ebnen.

Veto-Mächte ziehen an einem Strang

Mit der Resolution ziehen auch die UN-Veto-Mächte USA und Russland in der Frage humanitärer Hilfen in Aleppo an einem Strang. Beide Großmächte verfolgen in Syrien jedoch unterschiedliche Ziele. Während Russland den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad an der Regierung halten will, unterstützen die USA als moderat geltende Rebellen.

Vor einigen Tagen gelang es Assads Truppen mit massiver Hilfe der russischen Luftwaffe und vom Iran gesteuerter schiitischer Milizen, die Rebellen in Ost-Aleppo auf ein kleines Kerngebiet zurückzudrängen. Damit steht der Präsident kurz davor, die Herrschaft über die gesamte Millionen-Metropole wieder zu erlangen.

4500 Menschen haben Rebellengebiet verlassen

Indes haben seit dem Wiederbeginn der Evakuierung Ost-Aleppos am Sonntagabend rund 4500 Menschen die letzten Rebellengebiete der syrischen Stadt verlassen. Busse hätten sie in das Umland südwestlich der Stadt gebracht, meldete die oppositionsnahe "Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte" am Montag.

Im Gegenzug begann der Transport von Zivilisten aus den von Rebellen belagerten Orten Foua und Kefraya im Nordwesten Syriens. Diese werden vor allem von Schiiten bewohnt. Der UNO-Sicherheitsrat soll am Montag über eine gemeinsame Resolution zur Entsendung von Beobachtern nach Aleppo abstimmen.

Die Evakuierung Ost-Aleppos war am Sonntagabend nach einer mehrtägigen Pause wieder aufgenommen worden. Syriens Führung und Rebellen hatten sich zuvor auf eine neue Vereinbarung geeinigt, die auch den Transport von Verwundeten, Kranken und anderen Zivilisten aus Foua und Kefraya vorsieht. Damit wird eine Forderung des mit Syrien verbündeten Iran erfüllt. Teheran unterstützt schiitische Milizen, die in Syrien an der Seite der Armee kämpfen.

Insgesamt 13.000 Menschen aus Stadt gebracht

Die Menschenrechtsbeobachter und Aktivisten berichteten, seit Sonntagabend hätten mehr als 50 Busse aus Ost-Aleppo das Umland im Südwesten der Stadt erreicht. Nach Angaben der Beobachtungsstelle sind seit Beginn der Evakuierung in der vergangenen Woche rund 13.000 Menschen aus den Rebellengebieten gebracht worden.

Syriens Armee und mit ihr verbündete Rebellen hatten bei einer Offensive in den vergangenen Wochen in heftigen Kämpfen den größten Teil der Rebellengebiete Aleppos eingenommen. Am vergangenen Donnerstag verkündete Präsident Bashar al-Assad schließlich die "Befreiung" von Aleppo. Unter Vermittlung Russlands und der Türkei einigten sich Regierung und Opposition nach schwierigen Verhandlungen auf einen Abzug der Kämpfer und Zivilisten aus Ost-Aleppo.

 

(APA)