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Zornige Männer ohne Zukunft

(c) Illustration: Lillian Panholzer (Die Presse)
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Die Bevölkerungsexplosion in der islamischen Welt könnte das Terrorproblem verschärfen.

WIEn (groe). Die Bevölkerung in Ägypten, Pakistan, im Irak, den Palästinensergebieten, Saudiarabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und im Jemen wird sich laut UNO bis 2050 fast verdoppeln. In diesen Ländern werden künftig mehr Menschen leben als in Europa, Japan und den Vereinigten Staaten zusammen.

Reiche Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate haben mit einem jährlichen Bevölkerungswachstum von etwa fünf Prozent kein großes Problem. Denn sie fangen den Bevölkerungszuwachs mit Wirtschaftswachstum auf. Weniger entwickelte Länder, wie Pakistan, der Jemen oder die Palästinensergebiete, sind der Bevölkerungsexplosion jedoch ökonomisch nicht gewachsen.

Besonders junge Männer ohne wirtschaftliche oder soziale Perspektive spüren die Folgen. Politologen beschreiben sie als „bare branches“ („nackte Äste“): Sie sind jung, ungebildet, arbeitslos, alleinstehend und neigen zu extremistischer Gewalt. Sie sind empfänglich für die Ideologie von Terrororganisationen.

Gelingt es der islamischen Welt nicht, diesen jungen Männern einen wirtschaftlichen Aufstieg zu ermöglichen, könnte sich das Terrorproblem zuspitzen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.02.2010)