UNO-Generalsekretär: "Kein Plan B für Israel"

U.N. Secretary-General Guterres and Austrian Chancellor Kurz address a news conference in Vienna
REUTERS

Bei seinem Wien-Besuch verurteilt UN-Generalsekretär Antonio Guterres die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Israel. Er sieht keine Alternative zu einer Zwei-Staaten-Löung.

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, zeigte sich bei seinem zweitägigen Wien-Besuch besorgt über die aktuelle Gewalt in Israel. Nach der Verlegung der US-Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem ist es am Montag zu schweren Ausschreitungen im Gazastreifen gekommen. Bei Protesten von Palästinensern wurden mindestens 50 Menschen getötet.

Die aktuellen Entwicklungen seien "ein Grund für mich zu glauben, dass wir eine politische Lösung brauchen." Guterres betonte, dass es "keinen Plan B zur Zwei-Staaten-Lösung" gibt. Das sei die einzige Möglichkeit, dass Israelis und Palästinenser in Frieden und Sicherheit leben können.

Sorge bereitet dem UNO-Chef auch eine andere Entscheidung von US-Präsident Donald Trump: die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran. Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz ist seiner Meinung: "Wir haben ein klares Interesse daran, dass das Abkommen erhalten bleibt." Guterres war am Montag von Kurz im Kanzleramt empfangen worden. Danach standen Gespräche mit Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Außenministerin Karin Kneissl an.

Der UNO-Generalsekretär äußerte sich auch zu den Untersuchungen rund um den österreichischen UNO-Einsatz am Golan im Jahr 2012. Die österreichischen Soldaten sollen damals syrische Geheimpolizisten in einen tödlichen Hinterhalt fahren haben lassen. Guterres habe "volles Vertrauen", dass die österreichischen Behörden den Vorfall aufklären werden.

"Pariser Klimaziele sind nicht genug"

Hauptgrund seines Wien-Besuchs ist die Teilnahme am "R20 Austrian World Summit", einer von Arnold Schwarzenegger organisierten Umweltschutzkonferenz. Schon am Montag bekräftigte er, dass die Herausforderungen des Klimawandels gemeinsame Anstrengungen bedürfen. Kein Land könne die Vielzahl der "neuen Herausforderungen" selbst lösen.

"Die Pariser Klimaziele sind nicht genug" forderte der Portugiese mehr Engagement von der internationalen Gemeinschaft ein. In seiner Rede am Dienstag werde er seinen Ruf nach globalen Handlungen gegen den Klimawandel bekräftigen, hieß es im Vorfeld in einer UNO-Aussendung.

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