Benedikt auf einem Archivfoto aus dem Jahr 2008.
Kirchenstreit

Wurde Benedikt XVI. betrogen?

Was Ratzinger in dem der „Presse“ vorliegenden Zölibatsbuch wirklich geschrieben hat: Radikales an die Adresse von Franziskus – und manches vielleicht gar nicht.

Bis zuletzt war geheim gehalten worden, dass es dieses Buch überhaupt gibt. Seit Sonntag sorgten ein paar von der Zeitung „Le Figaro“ veröffentlichte Zitate für Aufsehen. Am Mittwoch erscheint nun in Frankreich jenes Buch mit Benedikts Namen auf dem Cover, in dem der Ex-Papst auf eine äußerst ungewöhnliche Art in die brennheiße Diskussion um das Zölibat einzugreifen scheint. Erstens nur auf Französisch, zweitens zu einem Zeitpunkt, an dem die Welt auf eine Entscheidung seines Nachfolgers wartet: Wird Franziskus der Empfehlung der Amazonas-Synode folgen, verheiratete Priester erlauben und damit eine für die Zukunft des Zölibats in der Weltkirche wegweisende Entscheidung treffen? Doch nicht genug des Ungewöhnlichen an diesem der „Presse“ vorliegenden, kirchenpolitisch brisanten Buch.