Mitreden

Wie gefährlich ist das Smartphone in der Schule?

Die Lehrergewerkschaft fordert handyfreie Zonen in der Schule. Ist das der richtige Weg in einer zunehmend digitalen Welt? Und: Wie viel Smartphone-Konsum vertragen Kinder und Jugendliche? Diskutieren Sie mit!

Die Lehrergewerkschaft hat genug und pocht auf handyfreie Zonen in der Schule. „Handys werden immer mehr zu Konzentrationskillern und Störfaktoren im Unterricht“, sagt Gewerkschafter Paul Kimberger. Derzeit ist noch jeder Schule selbst überlassen, wie sie mit dem Thema umgeht. Manche haben jetzt schon Verbote eingeführt, manche erlauben das Smartphone nicht einmal in der Pause.

Auch „Presse"-Redakteurin Rosa Schmidt-Vierthaler ist der Meinung, dass das Handy in der Schule nichts verloren hat. Oft würden aber kontrollsüchtige Eltern ein Verbot verhindern:„Die Schulen sollten hier nicht nachgeben. Sondern den Eltern erklären, dass exzessive Nutzung den Kindern nicht gut tut. Weder im Klassenzimmer noch zuhause.“ Auch Querschreiberin Gudula Walterskirchen warnt in ihrer Kolumne vor den Gefahren für die Gesundheit durch exzessiven Smartphone-Konsum. Und auch sie appelliert an die Eltern: „Eines ist sicher: Kinder orientieren sich am Verhalten der Erwachsenen, und die starren ja auch ständig auf ihr Handy – oder?"

„Was es in Österreich braucht, ist ein Kulturwandel hin zu mehr Experimentierbereitschaft und -fähigkeit bei Eltern, Lehrenden, Bildungsdirektionen und Ministerien“, fordert dagegen Alexis Johann in einem Gastkommetar. Er tritt dafür ein, digitale Tools nicht aus den Unterricht zu verbannen, sondern einzubinden und die Schüler so digitalfit zu machen.

„Die Kinder leben in der digitalen Welt."

Wie das gehen könnte? Das haben sich unsere Bildungsexpertinnen Bernadette Bayrhammer und Julia Neuhauser schon im Vorjahr angeschaut und mit Lehrern über ihre Erfahrungen gesprochen. „Die Kinder leben in der digitalen Welt. Und ich sehe das als Verpflichtung, dass wir versuchen, das Lernen so zu unterstützen, dass jeder angesprochen wird“, sagt da etwa eine Lehrerin.

Wie groß der Umbruch ist, der gerade stattfindet, erklärt Bildungsforscher Gerhard Brandhofer in einem „Presse"-Interview: „Seit 1650 ist das Leitmedium das Buch. Es ist in unseren Bildungsinstitutionen sehr verankert. Mittlerweile wird es immer mehr von der digitalen Netzkultur abgelöst.“ Bis sich dieser Wandel aber auch in der Schule niederschlägt, wird es wohl noch eine Weile dauern.

(sk)

Diskutieren Sie mit: Sollen Handys verboten im Unterricht verboten oder eingesetzt werden? Was macht unser täglicher Begleiter, das Smartphone, mit uns und unseren Kindern? Und: Welche Regeln gelten bei Ihnen daheim?