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Maßnahmengesetz

Anschober kündigte Lockerungen für Besuche in Heimen an

Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei einem Medientermin anlässlich der Impfungen in Alters- und Pflegeheimen am 14. Jänner 2021, in Klosterneuburg.
Gesundheitsminister Rudolf Anschober bei einem Medientermin anlässlich der Impfungen in Alters- und Pflegeheimen am 14. Jänner 2021, in Klosterneuburg.APA/HERBERT PFARRHOFER
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Man habe sich bereits darauf geeinigt, Lockerungen durchzuführen, wenn die Bewohner geimpft sind.

Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hat am Dienstag Lockerungen bei den Besuchsregeln in Alters- und Pflegeheimen angekündigt. Diesbezüglich befinde man sich in einem "guten Arbeitsprozess" mit den Bundesländern. Man habe "fixiert, dass es in der ersten Märzwoche entsprechende Schritte geben wird". Dabei handle es sich um "langsame Schritte, aber deutliche Verbesserungen", sagte der Gesundheitsminister.

Am Dienstag gab es in Alters- und Pflegeheimen österreichweit 327 infizierte Bewohner, dazu kamen 268 aktive Fälle bei Mitarbeitern. Der Großteil der an der Impfung interessierten Bewohnern von Alters- und Pflegeheime sei "als erste Priorität" bereits durchgeimpft. Zuletzt hatte erst Vorarlberg verkündet, dass die Impfungen in den 49 Vorarlberger Pflegeheimen abgeschlossen sind. Auch wurden Rufe laut, dass es Erleichterungen für geimpfte Bewohner geben müsse. Erst am Montag hatten die oberösterreichische Landeshauptmann-Stellvertreterin Christine Haberlander (ÖVP) und Soziallandesrätin Birgit Gerstorfer (SPÖ) Lockerungen bei den Besuchsregeln gefordert.

Man habe sich bereits darauf geeinigt, Lockerungen durchzuführen, wenn die Bewohner geimpft sind. Derzeit gilt für Alters- und Pflegeheime, dass Bewohner maximal einmal pro Woche von einer Person besucht werden dürfen. Davon ausgenommen sind etwa Palliativ- und Hospizbegleitung sowie Seelsorge. Besucher dürfen nur eingelassen werden, wenn sie ein negatives Testergebnis vorweisen können. Im Fall eines Antigentests darf die Abnahme nicht länger als 24 Stunden zurückliegen, bei einem PCR-Test nicht länger als 48 Stunden.

Psychische Gesundheit der Bewohner leidet

Anschober bekräftigte, dass es für Bewohner schlimm sein muss, wenn sie eine Woche auf den Besuch warten und der dann vielleicht doch nicht stattfinden kann. Außerdem können Enkel ihre Großeltern nicht mit den Eltern besuchen, weil zwei (oder mehr) Besucher nicht erlaubt sind. Auch das sei "eine mögliche Ursache, krank zu werden", sagte Anschober. Die "soziale Vereinsamung müssen wir schrittweise wieder drastisch reduzieren", so der Gesundheitsminister.

Der Pensionistenverband begrüßte die Entscheidung: "Endlich reagiert auch die Bundesregierung auf den Aufruf des Pensionistenverbandes. Denn die seelische bzw. psychische Situation der Betroffenen ist erschütternd. Es geht hier um ältere Menschen, die seit Monaten ihre Kinder, Enkelkinder oder Urenkerln nicht mehr gesehen haben. Das ist eine schlimme Qual, denn die Besuche sind eine der wenigen Freuden in ihrem Alltag", erklärte Präsident Peter Kostelka.

Ähnlich die Seniorenbund-Präsidentin Ingrid Korosec: "Ich bin froh, dass meine Appelle gehört wurden und bereits Anfang März erste Lockerungsschritte gesetzt werden." Ein Besuch pro Woche sei auf Dauer viel zu wenig. Korosec wünschte sich in einem ersten Schritt, dass die Bezugspersonen von Heimbewohnern diese statt einmal pro Woche zumindest zwei- bis dreimal pro Woche besuchen dürfen. Voraussetzungen sollen weiter das Vorliegen eines negativen Corona-Tests sowie das Tragen von FFP2-Masken sein.

(APA)