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Weltraum

Amazon-Gründer Jeff Bezos aus dem All zurückgekehrt

Jeff Bezos
Jeff Bezos, nachdem sich die Flugkapsel nach seinem kurzen Weltraumflug wieder öffnete.(c) APA/AFP/BLUE ORIGIN/HANDOUT (HANDOUT)
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Der Amazon-Gründer und seine Crew sind nach einem zehnminütigen All-Ausflug wieder auf der Erde gelandet.

Amazon-Gründer Jeff Bezos ist nach einem Kurz-Ausflug ins Weltall wieder sicher auf der Erde gelandet. Der 57-Jährige hatte am Dienstag an Bord des Raumschiffes "New Shepard" seiner Firma Blue Origin vom US-Bundesstaat Texas aus abgehoben, wie auf einer Liveübertragung des Unternehmens zu sehen war. Insgesamt dauerte der vollautomatisch ablaufende Flug rund zehn Minuten. "Bester Tag aller Zeiten", war nach der Landung aus der Kapsel zu hören.

An Bord des ersten bemannten Raumfluges der "New Shepard" waren neben Bezos auch sein Bruder Mark sowie eine 82 Jahre alte frühere US-Pilotin und ein 18-jähriger Niederländer, dessen Vater ihm den Flug geschenkt hat. Die 82-jährige Wally Funk ist damit nun der älteste Mensch, der je ins All geflogen ist - der 18-jährige Oliver Daemen der jüngste.

Der reichste Mann der Welt hatte sich für seinen ersten Raumflug ein markantes Datum ausgesucht: Am 20. Juli 1969 hatten Neil Armstrong und Edwin "Buzz" Aldrin als erste Menschen den Mond betreten. Bezos benannte sein Raumschiff nach Alan Shepard, der 1961 als erster Amerikaner in den Weltraum geflogen war.

Nach dem Start beschleunigte das Raumschiff innerhalb von zwei Minuten auf mehr als 3700 Kilometer pro Stunde. Kurz danach trennte sich eine aufgesetzte Kapsel von der wiederverwendbaren Rakete. Die Schwerelosigkeit setzte ein, die vier Passagiere darin durften kurzzeitig ihre Sitze verlassen und Lachen und Jubel war zu hören.

Milliardär Branson hat vorgelegt

An ihrem höchsten Punkt erreichte die Kapsel mehr als 100 Kilometer über der Erde, bevor sie abgebremst von großen Fallschirmen in der westtexanischen Wüste landete. Auch die ebenfalls wiederverwendbare Raketenstufe landete vertikal wieder auf der Erde. Die "New Shepard" hatte bereits rund 15 Testflüge absolviert, war aber noch nie bemannt ins All geflogen.

Bereits vor rund zehn Tagen hatte mit dem Briten Richard Branson ein anderer Milliardär mit seinem eigenen Raumschiff einen Kurzausflug ins All unternommen. Die "VSS Unity" seiner Firma Virgin Galactic stieg am 11. Juli im US-Bundesstaat New Mexico auf eine Höhe von etwa 86 Kilometern auf. Unter Experten ist es damit strittig, ob Branson tatsächlich im Weltraum war: Der Internationale Luftfahrtverband (FAI) und viele andere Experten sehen zwar 100 Kilometer über der Erde als Grenze zum Weltraum an, es gibt jedoch keine verbindliche internationale Regelung.

Bezos hatte sein Raumfahrtunternehmen vor zwei Jahrzehnten gegründet und will noch im September oder Oktober weitere Weltraumtouristen ins All bringen. Die weiße Trägerrakete wird nicht von Piloten gesteuert, sondern vollständig von Computern geflogen. Bransons Unternehmen Virgin Galactic setzt dagegen auf Raumfähren, die zwei Piloten an Bord haben. Sein Ausflug in die Schwerelosigkeit dauerte etwa eine Stunde. Musk will Urlaubern sogar mehrtägige Aufenthalte im All anbieten. Kritiker werfen den Milliardären vor, ohne Rücksicht auf das Klima und weitgehend ohne wissenschaftliche Forschungsinteressen sehr viel Geld zu verschwenden.

Branchenexperten der Schweizer Großbank UBS rechnen damit, dass sich bis Ende des Jahrzehnts ein Markt von jährlich drei Milliarden Dollar (2,55 Mrd. Euro) entwickelt. Wohlhabende Menschen aus aller Welt haben sich bei den Anbietern bereits auf die Wartelisten setzen lassen, um Flugtickets zum Preis von jeweils rund 250.000 Dollar zu ergattern. Schon in der Vergangenheit sind vereinzelt Privatmenschen gegen Millionenzahlungen ins Weltall gereist. Sie nutzten dazu russische Sojus-Kapseln für einen Flug zur Internationalen Raumstation ISS. Rein kommerzielle Flüge wurden dagegen in der Vergangenheit nicht angeboten.

Bezos hatte Branson zum All-Ausflug gratuliert - und nun gab Branson die Glückwünsche zurück. "Gut gemacht", schrieb der Milliardär am Dienstag via Kurznachrichtendienst Twitter. "Eindrucksvoll!"

(APA/Reuters/dpa)