Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Premium
Coronavirus

Durchseuchen - schnell oder langsam?

Am Dienstagnachmittag diskutierte das Gecko-Gremium intern (im Bild vorne: Leiterin Katharina Reich)
Am Dienstagnachmittag diskutierte das Gecko-Gremium intern (im Bild vorne: Leiterin Katharina Reich)APA/HERBERT NEUBAUER
  • Drucken
  • Kommentieren

Könnte man Omikron durchrauschen lassen? Am Donnerstag präsentiert die Regierung ihren Plan. Im Vorfeld skizzieren Forscher drei mögliche Szenarien. Wobei für sie eines klar ist: Weitermachen wie bisher könne man beim Pandemiemanagement nicht.

Wie wird die Bundesregierung der Omikron-Welle begegnen? Auf die Antwort muss man noch warten. Dienstagnachmittag traf sich das Gecko-Experten-Gremium, einzelne Mitglieder werden beim Bund-Länder-Gipfel am Donnerstag teilnehmen.

Tatsächlich wird sich auch erst dort – und anhand der aktuellsten Zahlen - vieles konkretisieren. Denn einheitliche Empfehlungen zu den großen „Wie geht es weiter?“-Fragen habe es am Dienstag nicht gegeben, hörte man nach der Gecko-Sitzung. Nur die Lockerung der Quarantäneregeln für Geboosterte sei „so gut wie durch“. Generell habe man die einzelnen Fragen der Regierung an das Gremium abgearbeitet, wobei die Antworten „eben nur so konkret wie die Fragen sind“, wie es ein Teilnehmer formuliert.

Welche Optionen es gäbe, zeigt indessen ein Dossier der Komplexitätsforscher Peter Klimek und Stefan Thurner vom Complexity Science Hub Vienna, der Teil des Prognosekonsortiums ist. Wobei die Experten deutlich machen: Weitermachen wie bisher – also reagieren, wenn die Kapazitätsgrenzen in den Intensivstationen erreicht sind –, das geht nicht mehr. Dazu verbreitet sich Omikron zu schnell. Mit 5496 Neuinfektionen haben sich die Fallzahlen im Vergleich zur Vorwoche verdoppelt.

Die Forscher schildern drei Wege einer „Neuausrichtung im Pandemie-Management“, wovon aber nur zwei offenstehen: „Zusammenfassend ist das Zeitfenster, in dem man ein Eindämmen der Welle hätte versuchen können, realistisch bereits verstrichen. Somit bleibt wieder einmal nur die Frage, ob man die Durchseuchung langsam oder schnell geschehen lassen will“, heißt es. Die Szenarien im Detail:

Eindämmen

Ziel wäre es hier, die Infektionswelle mit einer Kombination aus pharmazeutischen (Impfung) und nicht pharmazeutischen Interventionen (Kontaktbeschränkungen, Maske etc.) zu verhindern, bis mittels Impfung eine Bevölkerungsimmunität hergestellt ist.

So richtig versucht wurde das in Österreich zuletzt jedoch nie, und auch jetzt ist es laut CSH-Papier bloß Theorie. Denn erstens ist man für diese Option zu spät dran, sprich die Zahlen sind schon zu hoch. Und zweitens sind die nötigen Maßnahmen hart. Es würde eine Kombination aus deutlichen und wiederkehrenden Kontaktreduktionen brauchen (nämlich zirka um ein Drittel, das heißt übersetzt: Lockdown) und zudem ambitionierte Impfziele samt kontinuierlichem Boostern.

Wobei Letzteres allein nicht reicht. „Wegboostern“ lässt sich die Welle nicht mehr. Dazu ist der Infektionsschutz durch die Impfung nicht stark genug. Jüngste Daten aus Großbritannien zeigen, „dass die Schutzwirkung einer dritten Dosis vor einer Infektion mit Omikron nach zehn Wochen von über 70 auf 40 Prozent zurückgeht. Die Notwendigkeit einer vierten Dosis nach wenigen Monaten für ein effektives Containment zeichnet sich damit ab“, heißt es.