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Quergeschrieben

Putins Erpressung stellt den Westen vor ein Dilemma

Die Absicht, auf Kosten der Ukraine einen Krieg zu verhindern, lässt sich mit ihrem Recht auf nationale Selbstbestimmung nicht vereinbaren.

Falls Wladimir Putin es wagen sollte, die Ukraine zu überfallen, wird das niemanden überraschen. Die russische Truppenkonzentration begann vor aller Augen schon im Frühjahr 2021, sie legte im Sommer eine Pause ein, setzte sich im November fort und brachte bisher mehr als 100.000 Soldaten an die nördliche, östliche und südliche Grenze zur Ukraine. Man sollte meinen, dass der Westen – gemeint sind die USA, denn außen- und sicherheitspolitisch spielt die EU keine Rolle – lang genug die Gelegenheit gehabt hätte, sich darauf vorzubereiten. Aber danach sieht es nicht aus. Die Zeiten, in denen die USA noch den Weltpolizisten spielen konnten, sind unwiederbringlich vorbei. Die rasant aufsteigende chinesische Supermacht absorbiert längst ihre Kräfte, sodass andere Krisenregionen, und dazu gehört auch Osteuropa, in den Hintergrund rücken. Putin hat den Zeitpunkt gut gewählt. Biden muss er nicht fürchten. Macron und das Gespann Scholz–Baerbock muss er nicht einmal ernst nehmen.

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Was Russland betrifft, gibt es in Amerika zwei Denkschulen. Die neokonservative Schule geht davon aus, dass Putin mit allen Mitteln die russische Hegemonie über Osteuropa wiederherstellen will. Daher plädiert sie für Abschreckung und Drohung, für die Solidarität mit den osteuropäischen Nato-Partnern und für die Bewaffnung der Ukraine. Jedes Land in der ehemals sowjetischen Hemisphäre, auch jede frühere Sowjetrepublik, habe das Recht, frei zu entscheiden, welchem Bündnis es sich anschließen wolle.