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The Crown S4
Serien und Filme

Streamingtipps: Elizabeth II. als Heldin und Antiheldin

„The Queen“ mit Helen Mirren bleibt ein Klassiker, die Serie „The Crown“ fordert Geduldige heraus und die Doku „The Royal House of Windsor“ balanciert zwischen Glamour und Staatsräson.

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The Crown

Serie mit Dichtung und Wahrheit
Netflix

Wie werden bei Königs Kinder gezeugt? Was fühlt ein Prinzgemahl? Sehnt sich eine Herrscherin manchmal nach einem ganz anderen Leben? Solche und andere brennende Fragen beantwortet die epische Netflix-Serie „The Crown“. Die fünfte Staffel soll im November kommen. Allerdings hat Autor Peter Morgan anlässlich des Ablebens der echten Queen eine Drehpause in Aussicht gestellt: „Aus Respekt“ vor ihrer Majestät. Morgan zählt längst zu den führenden Experten des Königshauses. Dass er gern Dichtung und Wahrheit mischt, hat den Windsors nicht immer gefallen. Tatsächlich dürften sie aber von Morgans Arbeit enorm profitiert haben. Für die heutige Zeit wirkt „The Crown“ als raffinierte Propagandamaschine für eine schwankende Monarchie – eben dank des Respekt vor der echten Institution.

Der Stil von „The Crown“ ähnelt „Downtown Abbey“. In dieser Serie war bereits eine der Queen-Darstellerinnen, Imelda Staunton, zu sehen. Sie und die anderen Schauspielerinnen, Claire Foy und Olivia Colman, welche ebenfalls die Königin von England verkörperten, zeichneten gediegen die Mischung aus Würde und Bürde, welche das Leben der echten Monarchin prägten – den Balanceakt zwischen Pflicht und Neigung.

A Royal Night

Königliches Vergnügen, 2015
Zu leihen/kaufen

Wer gern beim Friseur die Regenbogenpresse studiert, weiß, dass das Verhältnis zwischen Elizabeth und ihrer Schwester Margaret nicht immer ungetrübt war. Wie hat das alles angefangen zwischen den beiden? Das erfährt man in Julian Jarrolds „A Royal Night – Ein königliches Vergnügen“. Elizabeth und Margaret, zwei junge, aufgrund der dramatischen Zeitläufte meist in ihrem royalen Leben eingeschlossene Frauen, überreden ihren Vater König George VI. am 8. Mai 1945, den Sieg der Alliierten über Hitler-Deutschland mit einem Ausflug durch London zu feiern. Dabei wird der enorme Temperamentunterschied zwischen der abenteuerlustigen Margaret und ihrer vernünftigen Schwester Elizabeth deutlich. Das charmante Abenteuer zeigt aber auch, dass Erziehungsprobleme von Eltern keine Fragen des Standes sind.

The Queen

Sehenswerter Klassiker, 2006
Zu leihen/kaufen

„Du bist das Wertvollste, was diese Monarchie je hatte. Die Probleme gibt es erst dann, wenn du nicht mehr da bist“, spricht Queen Mum zu ihrer Tochter Elizabeth in Stephen Frears „The Queen“. Das klingt heute fast wie eine Prophezeiung. Der Film blendet zurück in die Zeit von Lady Dianas Unfalltod 1997. Der kaltherzige Umgang der Königsfamilie mit den Emotionen ihrer „Untertanen“, die auf das tragische Ende der Prinzessin ungewöhnlich heftig reagierten, ließ damals den Thron wanken. Nur das beherzte Eingreifen des früheren Premierministers Tony Blair verhinderte eine gröbere Staatskrise. „The Queen“ begründete auch den Mythos des Königshauses, das sich überreden ließ, das moderne Medienzeitalter für seine Zwecke zu nutzen. Das Drehbuch schrieb Peter Morgan („The Crown“). Und Helen Mirren erhielt einen verdienten Oscar.

The Windsors

Heitere und böse Satiren, ab 2016
Netflix

Die starke Medienpräsenz der britischen Royals verhalf auch den Satiren über sie zu einem kräftigen Auftrieb. Etwa die BritCom „The Windsors“. Hier werden im Realformat Persönlichkeiten durch den sprichwörtlichen Kakao gezogen, die jetzt nach dem Tod der echten Monarchin an Bedeutung gewinnen. Wir sehen etwa einen schrulligen Prinz Charles, den neuen König, unter dem Pantoffel seiner herben Gattin Camilla ...

Dokumentationen

Dynastie-Serie und Biografie

Zahlreiche Dokus und Bücher erforschen das echte Leben der englischen Königsfamilie. Die Serie „The Royal House of Windsor“ (Netflix) zeichnet den Weg einer deutschen Dynastie (Sachsen-Coburg und Gotha) auf den Thron des einstmaligen britischen Weltreiches nach. Eines hatten die deutschen Adelssprosse dabei unbedingt zu beachten: Sie mussten gewissermaßen tausendprozentig britisch werden. Denn Deutschland und England waren erbitterte Gegner in zwei Weltkriegen, in denen das Königshaus der englischen Politik den Rücken zu stärken und dem Volk Trost zu spenden hatte. Das mitunter antiquiert anmutende Hofzeremoniell des britischen Herrscherhauses hat vermutlich auch mit seiner ungewöhnlichen Herkunft zu tun.

Zahlreiche Filme versprechen intime Einblicke in das Leben der Königsfamilie, was aber kaum je gelingt. Meist wird der schöne Schein üppig gefeiert, was ja auch seinen Reiz hat. Wie etwa in „Elizabeth – Das Leben einer Königin“ von Roger Michell (2022, zu leihen/kaufen): Der Film umkreist eine Ikone, die auf verschiedenste Weise über neun Jahrzehnte lang unser kollektive Bewusstsein prägte – ein seltenes Phänomen in unserer schnelllebigen Zeit.