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Konkurrenz für Oxford und Cambridge?

Symbolbild
(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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Spitzenprofessoren sollen zahlkräftige Studenten an die neue Londoner Elite-Universitäten „New College of the Humanities“ im edlen Stadtteil Bloomsbury locken. Die Höhe der Studiengebühren sorgt für Empörung.

Ab Herbst nächsten Jahres wird Großbritannien um eine Universität reicher sein. Dann nimmt das geisteswissenschaftliche „New College of the Humanities“ den Betrieb im edlen Londoner Stadtteil Bloomsbury auf. Für seine Privat-Uni hat der künftige Direktor, Philosoph Anthony Grayling, eine ganze Reihe internationaler Starprofessoren gewonnen – etwa den Evolutionstheoretiker Richard Dawkins oder den Ethikprofessor Peter Singer.

Das akademische Establishment kritisiert allerdings, dass wohl die wenigsten ihre gut dotierten Stellen in Princeton oder Harvard aufgeben werden, um in London zu lehren. Auch die Höhe der Studiengebühren sorgt für Empörung: 18.000 Pfund (mehr als 20.000 Euro) sollen Studenten pro Jahr löhnen. Das ist das Doppelte dessen, was öffentliche Unis verlangen dürfen. Den Vorwurf der Profitgier weist Grayling allerdings von sich: Er sieht sich als Retter der Geistes- und Sozialwissenschaften, für die die liberal-konservative Regierung ihre Subventionen im Zuge ihres Sparprogramms praktisch auf null gekürzt habe.

 

Eine Uni für die Abgelehnten?

Das „New College“ will sich mit den öffentlichen Topinstitutionen Oxford und Cambridge messen. Kritiker unterstellen, dass viele der künftigen Studenten eben jene sein werden, die dort nicht aufgenommen wurden – und die zahlungskräftig genug sind. Sollte das stimmen, wird es jedenfalls kein Nachfrageproblem geben: Jedes Jahr lehnen die beiden Traditions-Unis tausende Bewerber ab.

Wie alle britischen Hochschulen entscheiden sie autonom, welche Kandidaten sie akzeptieren. Es sind Oxford und Cambridge, die in internationalen Rankings meist als einzige mit den Elite-Unis der USA mithalten können. beba

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.06.2011)