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Dürre in Afrika: Tote bei Plünderungen in Somalia

Hungersnot Afrikanische Union mobilisiert
(c) AP (Schalk van Zuydam)
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Eine UN-Hilfslieferung wurde in Mogadischu überfallen, mehrere Menschen starben. Österreich erhöht die Hilfszahlungen auf 1,5 Millionen Euro.

Die Hungerkatastrophe am Horn von Afrika droht sich weiter auszubreiten. In Somalia haben die Vereinten Nationen inzwischen in fünf Regionen eine Hungersnot ausgerufen. "Wir fürchten, dass sich diese Situation noch auf andere Landesteile ausweiten wird", sagte der neue Direktor des Welternährungsprogramms in Äthiopien (WFP), Abdou Dieng, am Donnerstag in Addis Abeba.

Österreich hat angesichts der Dürre-Krise am Horn von Afrika seine bisherigen Hilfszahlungen von 850.000 Euro auf 1,5 Millionen Euro aufgestockt. "Die humanitäre Katastrophe am Horn von Afrika erfordert Österreichs Solidarität mit der Krisenregion", sagte Österreichs Außenminister und Vizekanzler Michael Spindelegger (V). Die Gelder kommen internationalen Organisationen zugute, die in der Krisenregion tätig sind.

Überfall auf UN-Hilfslieferung

Gewalttaten machen die Versorgung der Hungernden in Somalia für die Helfer jedoch zum Risiko. Bei einem bewaffneten Überfall auf eine Hilfsgüterlieferung der Vereinten Nationen in Mogadischu sind wahrscheinlich mehrere Menschen getötet worden. "Das Welternährungsprogramm hat von einem Zwischenfall bei der Hilfsverteilung für Binnenflüchtlinge in Mogadischu erfahren, bei dem es mehrere Opfer gegeben haben soll", sagte eine UN-Mitarbeiterin der Nachrichtenagentur dpa. Die Plünderung ereignete sich demnach in der Nähe eines Camps für Vertriebene. In Somalia sind derzeit 3,7 Millionen Menschen vom Hungertod bedroht.

Auch unter der kenianischen Bevölkerung fordert die Dürre bereits Todesopfer. In der nördlichen Region Turkana seien zuletzt mindestens 14 Menschen verhungert, zitierte der britische Sender BBC einen Lokalpolitiker. Schuld seien vor allem logistische Probleme bei der Lebensmittelverteilung in den abgelegenen Gebieten.

Geberkonferenz am 25. August

Die Afrikanische Union (AU) kündigte für den 25. August eine Geberkonferenz in Addis Abeba an. Das ursprünglich für kommenden Dienstag anberaumte Treffen war offensichtlich zu kurzfristig geplant worden. Eingeladen sind Vertreter aus der Privatwirtschaft, humanitäre Organisationen und AU-Partner. "Die Afrikanische Union hat ihre Mitgliedstaaten dazu aufgerufen, Ressourcen zu mobilisieren, um umgehend auf die Situation zu antworten und Leben am Horn von Afrika zu retten", hieß es.

Mit der Konferenz in der Hauptstadt Äthiopiens reagiert die AU auf Kritik, die afrikanischen Länder seien angesichts der Krise weitgehend untätig geblieben. Die Staatengemeinschaft hat bisher nur 500.000 Dollar (knapp 350.000 Euro) für die Hungernden gespendet.

(APA)