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UNO begrüßt den siebenmilliardsten Erdenbürger

Danica May Camacho wurde symbolisch zum siebenmilliardsten Menschen erklärt.
(c) AP (ERIK DE CASTRO)
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Die Menschheit überschreitet die "große Sieben". Mehrere Neugeborene werden symbolisch zum siebenmilliardsten Menschen erklärt, darunter auch Danica May Camacho auf den Philippinen.

Auf den Philippinen ist am Montag symbolisch der siebenmilliardste Mensch der Welt begrüßt worden. Zwei Minuten vor Mitternacht erblickte die kleine Danica May Camacho das Licht der Welt. Im Kreißsaal in einem Krankenhaus von Manila waren auch UN-Vertreter anwesend, die einen Kuchen mitbrachten. Auch der sechsmilliardste Mensch, die heute zwölfjährige Lorrize Mae Guevarra, nahm an dem Ereignis teil.

"Sie sieht so süß aus", sagte die Mutter des Babys, Camille Dalura. "Ich kann gar nicht glauben, dass sie der siebenmilliardste Mensch der Welt ist." Anlässlich des Ereignisses erhielt das Kind ein Stipendium für ein späteres Studium, die Eltern bekommen finanzielle Unterstützung zum Aufbau eines Geschäfts.

"Kein Grund zur Freude"

Das Baby ist eines von mehreren, die weltweit symbolisch zum siebenmilliardsten Mensch erklärt wurden. Kurze Zeit später verkündeten zwei russische Regionen und Indien, bei ihnen sei das Jubiläumsbaby auf die Welt gekommen. Der indische Gesundheitsminister Ghulam Nabi Azad sagte, die Geburt des siebenmilliardsten Menschen sei "kein Grund zur Freude, sondern zu großer Sorge". Es wäre schöner, wenn die Bevölkerungszahl stabilisiert würde.

Angesichts der steigenden Weltbevölkerung mahnte der Vize-Präsident der Welthungerhilfe, Klaus Töpfer, im rbb-Inforadio zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen der Erde. "Wir müssen uns überlegen, ob wir mit dem Lebensstil, den wir uns leisten, ein Beispiel für diese sieben oder bald neun Milliarden Menschen sein können", sagte Töpfer.

Im Lauf der Menschheitsgeschichte hat sich das Wachstumstempo enorm gesteigert: Zu Christi Geburt gab es etwa 300 Millionen Menschen. Erst kurz nach 1800 wurde dann die erste Milliarde erreicht. Jetzt kam allein im noch jungen 21. Jahrhundert schon wieder eine Milliarde hinzu.

Die Vereinten gehen davon aus, dass in 14 Jahren die achte Milliarde registriert wird und 2050 etwa 9,2 Milliarden Menschen auf der Welt leben werden. Etwas später wird die Weltbevölkerung zum ersten Mal in der modernen Geschichte der Menschheit schrumpfen.

Mehr Inder als Chinesen

Derzeit wächst die Erde jährlich um 80 Millionen Menschen. Indien soll in gut zehn Jahren den anderen Menschenmilliardär, China, überholen und dann das bevölkerungsreichste Land sein. Um das Bevölkerungswachstum unter Kontrolle zu halten, will die Regierung in Peking an seiner umstrittenen Ein-Kind-Politik festhalten. Ohne diese Politik würden in China schon jetzt rund 1,7 Milliarden Menschen leben, sagte der Direktor der staatlichen Bevölkerungs- und Familienplanungs-Kommission, Li Bin, laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Xinhua. Derzeit zählt China mehr als 1,3 Milliarden Einwohner.

(Ag.)

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