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„Es geht ums Machen“

Goran Maric wünscht sich mehr Social Entrepreneure.

Porträt. Goran Maric, CEO des Sozialunternehmens Three Coins, wünscht sich mehr Social Entrepreneure – und Social Intrapreneure, die wichtige kleine Schritte setzen.

Finanzkompetenz ist ein Hebel für vieles, vor allem aber für die Lösung sozialer Probleme“, sagt Goran Maric. Seit Jänner 2018 ist der 26-Jährige Geschäftsführer von Three Coins. Dieses Sozialunternehmen ist auf die Entwicklung und Implementierung von Bildungsformaten spezialisiert, die verantwortungsvollen Umgang mit Geld vermitteln. Doch das ist nicht seine erste berufliche Station. Nach dem WU-Studium arbeitet er bei einem Unternehmensberater, um schnell bestätigt zu erhalten, was er sich längst gedacht hatte: „Das ist nicht, was ich will.“

Finanzkompetenz ermöglicht ein freieres Leben

Was ihn als Kind von Arbeitereltern, die mit ihm aus Bosnien-Herzegowina nach Österreich ausgewandert waren, als er vier Jahre alt war, bewegt (hat): „Bildung ist nicht allen zugänglich.“ Also war er zwei Jahre für die Bildungsinitiative Teach for Austria tätig, ehe er zu Three Coins wechselte. Finanzkompetenz – auch ohne großartig mit Zahlen zu operieren – ermögliche, ein freieres und selbstbestimmteres Leben führen zu können. Und genau diese Kompetenz vermittle das Bildungssystem noch zu wenig.

„Es geht ums Machen“, sagt Maric. Kürzlich wurde er vom Magazin „Forbes“ unter die „30 unter 30“ in der Kategorie Soziales Unternehmertum gelistet. Es gebe zu wenige Social Entrepreneure, sagt er, der während seiner Studienzeit das Social Entrepreneurship Forum mitgründete und Teil der Global Shapers Community ist, einer Initiative des World Economic Forum. Sozialunternehmen bekämen aktuell noch größere Bedeutung, weil sich der Staat stückweise aus sozialen Aufgaben zurückziehe. Allerdings, räumt er ein, sei es auch für Sozialunternehmer nicht immer ganz einfach, unter volatilen Bedingungen auf dem Markt bestehen zu können.

Mehr leisten als andere

Außerdem macht er Menschen Mut, stärker als Social Intrapreneure aufzutreten, auch wenn Kultur und Mission eines Unternehmens das nicht vorsehen. Social Investing, Zero Waste oder Corporate Volunteering wären auch im Kleinen, sogar in der eigenen Abteilung, möglich, und blieben nicht ohne Effekt.

Er jedenfalls habe schnell gelernt: Um voranzukommen, müsse man bereit sein, mehr zu leisten als andere, auf sein Herz zu hören und Durchhaltevermögen zu beweisen.


[OMOBC]

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.07.2018)