Österreich

Keine Atempause für das Klima

(c) Christoph Hardt/dpa Picture Alliance/picturedesk.com/Grafik: Die Presse

Österreichs Treibhausgasemissionen sanken 2018 erstmals seit Jahren wieder. Grund für Jubel ist das nicht. Die Republik schießt weit an ihrem Ziel vorbei und muss sich auf Milliardenzahlungen einstellen.

Wien. Die frohe Botschaft kam am frühen Sonntagmorgen: Zum ersten Mal seit drei Jahren haben die Österreicher 2018 nicht mehr, sondern endlich wieder etwas weniger klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen als im Jahr zuvor. Unterm Strich stehen 79,1 Millionen Tonnen CO2, das entspricht einem Rückgang um 3,8 Prozent bzw. 3,2 Millionen Tonnen CO2, meldete das Umweltministerium. Prompt waren ehemalige Regierungsmitglieder zur Stelle, um diesen Erfolg für sich zu reklamieren. Die sinkenden Emissionen „zeigen, dass die Maßnahmen der letzten Bundesregierung gegriffen haben“, ließ etwa Ex-Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) wissen. Der Weg stimme, man müsse ihn nur weitergehen. „Die Presse“ hat sich die Ergebnisse der sogenannten Now-Cast-Berechnungen des Umweltbundesamtes näher angesehen – und darin keinen Anlass zur Euphorie entdecken können.