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Arbeitsmarkt

AMS-Chef Kopf: "Die Anreize für Teilzeit sind viel zu hoch"

AMS-Vorstand Johannes Kopf und "Presse"-Redakteurin Jeannine Hierländer.
Akos Burg
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Wenn alle Frauen, die Teilzeit arbeiten, ihre Arbeitszeit um drei Wochenstunden erhöhen, wäre der Fachkräftemangel quasi behoben, sagt AMS-Chef Johannes Kopf – und appelliert an Betriebe, flexibler zu werden. Sorge bereitet ihm die steigende Langzeitarbeitslosigkeit.

Die Presse: Die Wirtschaft schwächt sich ab, spätestens ab 2020 wird auch die Arbeitslosigkeit wieder steigen. Wie schlimm wird es werden?

Johannes Kopf: Wir sehen eine eindeutige Abschwächung, aber keine echte Krise. Die Beschäftigung wird weiter steigen. Die Arbeitslosigkeit wird spätestens nächstes Jahr trotzdem steigen, weil das Potenzial von Menschen, die arbeiten wollen, noch stärker zunimmt. Es kommen mehr Frauen auf den Arbeitsmarkt, mehr Zuwanderer, es bleiben mehr Ältere. Nicht mehr so stark wie in der Hochkonjunktur, aber wir erwarten noch immer ein deutlich steigendes Arbeitskräfteangebot. Aber ein wirklicher Einbruch wird das nicht.

Wo man schon von einer Krise sprechen kann, ist die Sockelarbeitslosigkeit. Laut Wifo und IHS gibt es um 90.000 mehr Arbeitslose als vor der Krise 2008. Macht das den AMS-Chef unrund?

Die höheren Arbeitslosenzahlen hängen auch mit dem Umstand zusammen, dass es auch deutlich mehr Beschäftigte gibt als 2008. Wenn es mehr Leute auf dem Markt gibt, habe ich in der Regel auch absolut gesehen mehr Arbeitslose. Was mir Sorge macht, ist der hohe Anteil an Langzeitbeschäftigungslosen. Da hatten wir über viele Jahre einen Anteil von knapp unter 20 Prozent und jetzt knapp über 30. Das ist bedenklich.