BUNDESHEER: MEDIENTERMIN MILITAeRKOMMANDO STEIERMARK 'MILIZ IM EINSATZ ZUR GRENZRAUMUeBERWACHUNG'
Ihre Meinung

Mitreden: Welches Heer braucht Österreich?

Verteidigungsministerin Klaudia Tanner steht unter Beschuss, hochrangige Militärs üben scharfe Kritik am aktuellen Zustand der Landesverteidigung. Wie soll es nun mit dem österreichischen Heer weitergehen? Diskutieren Sie mit!

56 Prozent der Österreicher sehen einer Umfrage zufolge den Sinn des Bundesheers im Katastrophenschutz - und nur 15 Prozent in der Landesverteidigung. Für Wolfgang Greber ist das in einem Kommentar „eine Katatstrophe“. Er schreibt weiter: „Man muss sich als Abrüster im Gefreiten-Rang schon fragen, ob sich unser Land nicht doch besser eine Super-Feuerwehr auf breiter Basis verdient hat“. 

Ein äußerst schlechtes Zeugnis stellen der Landesverteidigung nicht nur hochrangige Militärs der Bundesländer aus. In einem Interview übt auch Ex-Generalstabschef Edmund Entacher massive Kritik. Er meint: „Manche Bubis und Bobos in den Parteien wollen das Bundesheer einfach nicht“. Und

Angesichts der aktuellen Eurofighter-Debatte ist der Streit ums Heer wieder hochgekocht. Klaudia Tanner (ÖVP) ist massiv unter Beschuss geraten, die Opposition übt scharfe Kritik. Die Entscheidung zum Eurofighter wurde wieder einmal in die Zukunft verlegt. Und eine Luftraumüberwachung im früher üblichen Ausmaß wird es aus Kostengründen nicht mehr geben können.

Tanner kündigte eine parlamentarische Enquete an, um Lösungen zum Thema zu finden. Obwohl sich schon mehrere Expertenkommissionen damit befasst haben. „Wie bitte? Was hat die Ministerin eigentlich in dem halben Jahr gemacht?“, fragt sich Martin Fritzl empört in einem Kommentar.

Und dann gab es da noch ein ominöses Hintergrundgespräch, welches das Ende der militärischen Landesverteidigung skizzierte. Mangels eines Bedrohungsszenarios brauche es keine kampfkräftige Armee, soll es darin geheißen haben. Tanner ruderte schließlich zurück.

Georg Vetter stellt der Verteidigungsministerin in einem Gastkommentar jedenfalls ein sehr schlechtes Zeugnis aus: Ihr hafte nun der Geruch des „hochverräterischen Verfassungsbruchs“ an, schreibt er.

Martin Rosenkranz, Experte für Luftfahrt-, Militär- und Technologiethemen, meint in einem Gastbeitrag in der „Presse“ zum Thema Luftraumüberwachung, dass sich das mit dem Bedrohungen durchaus schnell ändern könnte. So könne der österreichische Luftraum natürlich von Krisen betroffen sein, die sich nicht unmittelbar in der Nachbarschaft abspielen. Daher müsse es hier auf jeden Fall genug Kapazitäten geben.

Wofür es noch Kapazitäten braucht und wie man die finanziert? Heribert Wiedermann, Oberst des Generalstabes in Ruhe, macht in der „Presse“ einige neue Vorschläge für eine radikale Reform. Denn er ist es leid, seit Jahren nur Ausreden zu hören. „Tatsache ist, dass das Bundesheer die in der Verfassung und viel mehr noch im Wehrgesetz festgehaltenen Aufgaben zurzeit nicht einmal zur Hälfte erfüllen kann“, so Wiedermanns nüchternes Urteil. Es brauche daher die allgemeine Wehrpflicht, aber ein deutlich schlanker aufgestelltes Heer.

(Anm.  Der Diskussionsartikel wurde am 27. Juli aktualisiert)

(sk)

Diskutieren Sie mit: Wie soll es mit dem Bundesheer in Österreich weitergehen? Brauchen wir eine allgemeine Wehrpflicht? Kann bei der Luftraumüberwachung gespart werden? Soll die Miliz gestärkt werden? Und: Wie stehen Sie zu einem europäischen Heer?