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Oprah-Interview

Zitate und Erkenntnisse aus dem Interview von Harry und Meghan

(c) REUTERS (DARRIN ZAMMIT LUPI)
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Das royale Paar zeigte sich ungewöhnlich offen, sparte aber mit Angriffen gegen einzelne Personen.

Die Gründe für den Rückzug aus der Royal Family

„Ein Mangel an Unterstützung und Verständnis.“ So fasst Prinz Harry in dem CBS-Interview mit Oprah die Gründe für den Rückzug aus der royalen Familie zusammen. Komplett mit der royalen Familie zu brechen war die Idee dabei aber nicht. Als das Paar die negative und teils rassistische mediale Berichterstattung nicht mehr aushielt und auch vom Palast keine Unterstützung erhielt, wollten sie einen Gang zurückschalten. „Ja, ich war verzweifelt. Ich war überall, wo ich dachte, um Hilfe bitten zu können. Wir beide“, erklärt Prinz Harry. Meghan fügt an: „Wir haben die Familie nie verlassen. Und wir wollten nur die gleiche Rolle haben wie andere auch. Wir sagten, wenn das nicht für alle funktioniert, wenn das Probleme macht, wenn wir nicht die Unterstützung erhalten, die wir brauchen, dann schalten wir einen Gang zurück und gehen in ein Commonwealth-Land. Wir hatten Neuseeland und Südafrika vorgeschlagen.“

„Wir wollten eine Pause. Von diesem ständigen Trommelfeuer. Meine größte Sorge war, dass sich die Geschichte wiederholt, und das habe ich schon mehrfach sehr öffentlich gesagt“, so Harry weiter. „Und was ich sah, war, dass sich die Geschichte wiederholte, aber mehr, vielleicht oder definitiv weitaus gefährlicher, weil dann Rasse und Social Media dazukommt. Und wenn ich davon spreche, dass sich die Geschichte wiederholt, spreche ich von meiner Mutter.“ Diana Spencer, Harrys Mutter, hatte mit dem Palast ebenfalls große Kämpfe ausgefochten; von der Presse wurde sie gnadenlos verfolgt. Diana starb 1997 bei einem Autounfall nach einer Paparazzi-Verfolgungsjagd.

Seine Familie sei darüber hinaus im Vorhinein über das Statement am 7. Jänner 2020, in dem Harry und Meghan ihre Pläne, sich aus ihrer offiziellen Rolle zurückzuziehen, offenlegten, informiert worden.

Mentale Gesundheit

Die wohl erschütterndste Aussage des Interviews stammt von Herzogin Meghan. Sie habe über Suizid nachgedacht. "Ich schämte mich, es damals zu sagen, und schämte mich, es gegenüber Harry zugeben zu müssen, weil er so einen Verlust erlitten hat. Aber ich wusste, wenn ich es nicht sagte, würde ich es tun. Weil ich einfach nicht mehr am Leben sein wollte. Das war klar und real und erschreckend und mein ständiger Gedanke." Sie dachte, das würde „alles für alle lösen“.

Sie habe Hilfe bei der Personalabteilung der Royals gesucht und habe sich auch an ein ranghohes Mitglied der royalen Familie gewandt. Doch sie wurde abgewiesen. "Ich ging zu einem 'Senior Royal', um Hilfe zu bekommen. Mir wurde gesagt, ich könnte keine Hilfe bekommen, weil es nicht gut für die Institution wäre."

Kontroverse um Söhnchen Archie

Das Rassismus-Problem der Royal Family habe sich auch im Umgang mit der Schwangerschaft Meghans gezeigt. „In den Monaten, in denen ich schwanger war, ging es immer wieder darum, dass er keinen Titel bekommen wird, und Bedenken und Gespräche darüber, wie dunkel seine Haut sein könnte, wenn er geboren wird“, erklärte Meghan. Wer sich dazu geäußert habe, wolle sie aber nicht kommentieren, weil es „den betroffenen Personen sehr schaden“ würde.

Meghan ging es dabei ihren Aussagen zufolge nicht um den Titel, sondern darum, dass an den Titel des Kindes Security-Auflagen geknüpft seien. Ohne Titel würde er keinen Personenschutz erhalten. Aber genau diese Sicherheit würde ihr Sohn brauchen, denn immerhin habe der Palast es zugelassen, dass die „Monstermaschinerie aus Clickbait und Tabloid-Futter um uns herum geschaffen wurde“.

[Anm. d. Red.: Dies stimmt so jedoch nicht ganz. Schon König George V. legte 1917 fest, dass nur Nachfahren des amtierenden Monarchen mit ihrer Geburt automatisch zum Prinz oder zur Prinzessin werden, zudem alle Nachfahren der männlichen Kinder des Monarchen (die Kinder von Prinz Andrews und Edward) und alle Kinder des Fürst von Wales (momentan Prinz Charles). Stirbt Königin Elizabeth und wird Prinz Charles zum König, wird auch Archie automatisch ein Prinz.]

Prinz Harry prangert vor allem an, dass das Thema Rassismus immer totgeschwiegen wurde. „Niemand aus meiner Familie hat je etwas gesagt. Das tut weh.“

Ebenfalls klarstellen wollten Prinz Harry und Herzogin Meghan, dass es nicht an ihnen gelegen sei, dass sie mit dem Neugeborenen nicht vor dem Krankenhaus fotografiert worden sind, wie das Herzogin Catherine oder Prinzessin Diana gemacht hatten. Angeblich wollte das royale Paar damals keinen Medienzirkus. Doch in Wahrheit sei ihnen das Foto „verboten worden“.

Kein Geld, keine Sicherheit

Anfang 2020 habe Prinz Harry kein Geld mehr von seiner Familie erhalten. Er habe sich nur finanzieren können, weil ihm seine verstorbene Mutter, Prinzessin Diana, Geld hinterlassen habe. „Aber ich habe das, was meine Mutter mir hinterlassen hat, und ohne das hätten wir das nicht geschafft.“ Deshalb sei er die Deals mit Spotify und Netflix eingegangen. Das sei so gar nicht geplant gewesen. „Wir hatten keinen Plan. Das wurde von jemand anderem vorgeschlagen, als meine Familie mich buchstäblich finanziell abgeschnitten hatte und ich mir Security für uns leisten musste."

Der Abzug des Sicherheitspersonals sei ein Schlag gewesen: „Ich habe das Risiko geerbt. Das war also ein Schock für mich“, erklärte er Oprah. Seine Ehefrau, Meghan, führte weiter aus: "Und ich schrieb sogar Briefe an seine Familie, dass der Schutz von mir oder Archie keine Priorität hat. Ich akzeptiere das. Das ist in Ordnung. Aber mein Mann braucht Schutz, ich sehe die Morddrohungen."

Das Verhältnis zu Charles und William ist angespannt

Während ihres Aufenthalts in Kanada im Herbst 2019 habe Prinz Charles aufgehört, die Anrufe seines Sohnes entgegenzunehmen. Seinen Vater habe er drei Mal kontaktiert, seine Großmutter Königin Elizabeth zweimal. Danach habe er die Dinge für seine eigene mentale Gesundheit selbst in die Hand genommen. Mittlerweile bestehe wieder Kontakt, aber das Verhältnis sei angespannt: "Es gibt viel zu tun. Ich bin wirklich enttäuscht. Er hat etwas Ähnliches durchgemacht. Er weiß, wie sich Schmerz anfühlt. Und Archie ist sein Enkel. Ich werde ihn immer lieben, aber es ist eine Menge Schmerz passiert."

Zu dem Verhältnis mit Prinz William wollte er sich nicht direkt äußern: "Wir sind durch die Hölle zusammen. [Aber] Wir gehen auf verschiedenen Wegen."  Momentan würden sich die Brüder "auf Abstand" befinden - "die Zeit heilt alle Wunden".

Gleichzeitig wisse Prinz Harry, dass seine Familie in dem System gefangen sei. „Mein Vater und mein Bruder, sie sind gefangen. Sie können nicht einfach gehen. Und dafür habe ich großes Mitgefühl.“ 

Das erste Treffen mit der Queen und ihr Verhältnis zu Harry und Meghan

Das erste Treffen zwischen Meghan und der Queen sei "keine große Formalität" gewesen. Es habe spontan im Garten der Royal Lodge, wo Prinz Andrew und Sarah „Fergie“ Ferguson wohnen, stattgefunden. Meghan wusste dabei nicht, dass selbst im Privaten vor der Queen geknickst wird. Fergie habe ihr geholfen und sie habe so tief gekniet, dass sie kaum hochgekommen sei.

An den ersten öffentlichen Termin mit der Queen erinnert sich Meghan gerne zurück. „Wir haben an diesem Morgen zusammen gefrühstückt und sie hat mir ein wunderschönes Geschenk gemacht und ich habe es wirklich geliebt, Zeit mit ihr zu verbringen.“ 

Mit seiner Großmutter sei das Verhältnis allen Medienberichten zum Trotz aber gut, meint Prinz Harry. „Ich habe im letzten Jahr so viel mit meiner Großmutter gesprochen wie schon lange nicht mehr.“ In regelmäßigen Zoom-Anrufen gebe er ihr Updates über sein Leben und das von Söhnchen Archie. "Meine Großmutter und ich haben ein sehr, sehr gutes Verhältnis. Und ich habe großen Respekt vor ihr. Sie ist mein Ehrenoberst. Das wird sie immer sein." 

Als das Paar davon erfuhr, dass Prinz Philip am 16. Februar mit 99 Jahren ins Krankenhaus eingeliefert wurde, habe Meghan sofort die Queen angerufen, um sich nach ihm zu erkunden.

Das Verhältnis zu den Medien

Die Medien hätten Meghan und Kate gegeneinander ausgespielt, um eine Gute und eine Böse zu haben, erklärt Meghan. So wurde etwa berichtet, dass Meghan Herzogin Catherine bei einer Kleideranprobe für die Blumenmädchen ihrer Hochzeit zum Weinen gebracht habe. „Das Gegenteil passierte. Und ich sage das nicht, um jemanden herabzusetzen, denn es war eine wirklich schwere Woche der Hochzeitsplanung. Und sie war über etwas verärgert, aber sie ist dafür eingestanden. Und sie brachte mir Blumen und eine Notiz und entschuldigte sich.“ 

„Ich spreche von Dingen, die super künstlich und belanglos sind. Aber die Erzählung darüber, Kate zum Weinen zu bringen, war meiner Meinung nach der Beginn eines echten Charakter-Attentats. Und sie wussten, dass es nicht wahr war. Und ich dachte, wenn sie solche Dinge nicht dementieren, was machen wir dann?“, erklärte Meghan.  

Harry ist der Meinung, dass seine Familie von den Klatschblättern Angst habe. „Niemand von meiner Familie hat in diesen drei Jahren jemals etwas gesagt. Und das tut weh. Aber ich bin mir auch sehr bewusst, wo meine Familie steht und wie sehr sie Angst vor den Boulevardzeitungen haben, die sich gegen sie wenden könnten.“ 

Private Hochzeit und eine Tochter

Erfreulicher waren die Erzählungen über eine private Hochzeit, die Harry und Meghan drei Tage vor dem öffentlichen Spektakel in ihrem Garten abhielten. „Wir riefen den Erzbischof an und sagten nur: 'Schauen Sie, dieses Ding, dieses Spektakel ist für die Welt, aber wir wollen unsere Vereinigung zwischen uns'“, so Meghan.

Außerdem wurde öffentlich gemacht, welches Geschlecht das zweite Kind des Paares haben wird: Es wird ein Mädchen. „Ich bin nur dankbar. [...] Aber einen Jungen und dann ein Mädchen zu haben, wissen Sie, was können Sie mehr verlangen? Aber jetzt haben wir unsere Familie. Wir sind zu viert und unsere zwei Hunde, das ist großartig.“ 

(chrile)

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