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Leitartikel

Rudolf Anschobers entscheidende Stunde

AUSTRIA-HEALTH-VIRUS-POLITICS
APA/AFP/JOE KLAMAR
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Er hatte zuletzt die anstrengende Rolle des ständigen Mahners. Nun tritt der Gesundheitsminister zurück – und das ist gut so. Nicht nur für ihn selbst.

Rudolf Anschober hat die Pandemie oft mit einem Marathon verglichen. Nun gibt er selbst vor dem Zieleinlauf das Staffelholz weiter. „Ich will mich nicht kaputtmachen“, begründete der Gesundheitsminister seinen Rücktritt. Nach 14 Monaten ohne einen „einzigen wirklich freien Tag“ sei er überarbeitet, überlastet. Ein Kreislaufkollaps vor einem Monat – damals hieß es noch offiziell: übergangene Grippe – sei eine erste Warnung gewesen, der zweite folgte vor einer Woche.

Der Rückzug ist der richtige Schritt. Zunächst auf der persönlichen Ebene, aber auch darüber hinaus. Ein Gesundheitsminister, der nicht auf seine Gesundheit schaut, wäre ein schlechtes Signal – gerade in Zeiten, da viele am Rande ihrer Belastbarkeit sind. Und ein Gesundheitsminister, der in der Krise nicht voll einsatzfähig ist, wäre zudem ein Risiko. Eigentlich müsse es in jedem Beruf möglich sein, sich eine Auszeit zu nehmen, sagte Anschober. Und dass das eigentlich auch für einen Minister gelten müsse. Aber im Akutfall gibt es kein „eigentlich“.