Corona

Mückstein hält Lockerungen schon am 10. Juni für möglich

CORONA: EXPERTENRUNDE ZUR SCHUTZIMPFUNG / KURZ / M�CKSTEIN
Das Verhältnis zwischen Mückstein und Kurz (hier auf der Pressekonferenz vom 20. Mai zu sehen) steht hörbar nicht zum Besten.(c) APA/HERBERT NEUBAUER (HERBERT NEUBAUER)
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Der Gesundheitsminister kann sich Öffnungsschritte bereits ab 10. Juni vorstellen. Am Mittwoch finden Gespräche mit den Sozialpartnern und Landeshauptleuten statt.

Für 17. Juni hatte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) am Montagabend weitere Lockerungen angekündigt - am selben Abend ging Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) in der "ZiB 2" noch einen Schritt weiter: Er könne sich sogar eine Woche früher Erleichterungen vorstellen, sagte er im ORF. Damit dürften demnächst wieder größere Gruppen indoor im Gasthaus zusammensitzen, die Sperrstunde nach hinten rücken und die Maske im Freien fallen.

Davor hatte es am Pfingstwochenende öffentlich ausgetragene Unstimmigkeiten zwischen ÖVP und Grüne gegeben. Kurz hatte angekündigt, dass man schon kommenden Freitag bei einem Gespräch mit Landeshauptleuten Lockerungen etwa bei der Maskenpflicht oder der Sperrstunde verkünden wolle. Mückstein reagierte sichtlich verärgert, kündigte Masken indoor auch noch kommenden Winter an und warnte davor, Luftschlösser zu bauen. Gegenseitige Unfreundlichkeiten aus den hinteren Reihen der Koalitionspartner folgten.

Sperrstunde erst um Mitternacht

Nunmehr hat sich Mückstein eigenen Angaben zu Folgen weitere Male mit Experten beraten und ist zum Ergebnis gekommen, dass die Entwicklung positiver ist, als es zu erwarten war. Daher listete er am späten Montagabend gleich eine ganze Palette an Lockerungen auf. Dazu gehört in der Gastronomie die Reduktion des Zwei-Meter-Abstands zwischen den Besuchergruppen auf einen Meter. Die Sperrstunde würde der Minister von 22 Uhr auf Mitternacht verlegen und in Innenräumen könnten statt vier Personen acht (jeweils plus Kindern) zusammensitzen. Voraussetzung dafür wäre jedoch, dass sich das Personal überall wie in Wien drei Mal wöchentlich testen lässt.

Im Freien soll es auch bei Outdoor-Veranstaltungen keine Masken mehr geben. Bleiben sollen sie, wo viele Menschen zusammenkommen, z.B. in Schulen, wohl auch im Handel. Da kann sich der Gesundheitsminister aber ab Juli einen Wechsel von der FFP2-Maske auf einen einfachen Mund-Nasen-Schutz vorstellen. Dass es zum Koalitionskrach gekommen war, begründete Mückstein damit, dass der Kanzler mit Vorschlägen seines Ressorts an die Öffentlichkeit gegangen war und damit der gemeinsame Pfad verlassen worden sei. Er hätte zuerst die Pläne mit Sozialpartnern, Ländern und Opposition besprechen wollen.

Tourismusministerin Elisabeth Köstinger kommentierte Mücksteins Äußerungen positiv, aber nicht ohne Spitze gegen den Koalitionspartner: Das sei „ein erfreuliches Einlenken auf den Öffnungskurs“ der ÖVP.

Hochzeiten ab Juli?

Bis kommenden Mittwoch wird der Kanzler telefonisch mit Sozialpartnern und Landeshauptleuten über deren Vorschläge diskutieren, am Freitag wird dann bei einem Gipfel, zu dem auch Experten gebeten sind, entschieden.

Der zweite Öffnungsschritt ist ab Anfang Juli geplant. Für diesen stellte Mückstein die Abhaltung von Hochzeiten in Aussicht. Die erste, zu der er eingeladen werde, werde er besuchen, versprach der Minister. Mückstein sicherte auch zu, dass noch im Juni alle, die geimpft werden wollen, einen ersten Stich erhalten werden. Erfreulich ist für ihn, dass wohl schon mit Freitag von der EMA die Impfung für Jugendliche ab zwölf zugelassen werden soll.

(apa/red.)


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