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Streamingtipps

Pink, Aretha, Tina Turner: Das turbulente Leben der Popstars

Die Welle der Musiker-Dokus und -Biopics reißt nicht ab: In einigen neuen Filmen wird das Leben alter, junger und jung verstorbener Stars detailreich ausgeleuchtet. Fünf Tipps zum Streamen, von Soul bis Rap.

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Genius: Aretha

Serie über die Queen of Soul, 1 Staffel/acht Folgen, 2021
Zu sehen auf Disney+

Die Pandemie hat die Biopic-Maschinerie durcheinandergebracht. Dreharbeiten wurden abgebrochen, Erscheinungsdaten verschoben. Der Trend zum Musiker-Biopic ist ungebrochen, nicht zuletzt, weil Narzissmus und Tragik damit einhergehen. In Planung sind Streifen über Whitney Houston, Bob Dylan, Elvis Presley und Madonna.

Aretha Franklin, die Queen of Soul, kommt gleich zweimal zu Ehren. Im August entert „Respect“ mit Jennifer Hudson die Kinos. Jetzt bereits zu sehen sind die acht Episoden von „Genius: Aretha“. In der Hauptrolle brilliert Cynthia Erivo. Sie legt die Rolle auf kluge Weise zurückhaltend an. Der Stoff dieses Lebens ist opulent genug. Mit 14 Jahren bekam Franklin, Tochter eines berühmten Predigers, ihren ersten Sohn, mit 16 war sie zweifache Mutter. Trotzdem machte sie Karriere. Zunächst mit Gospel, dann mit seidigen Jazzballaden, zuletzt mit erdigem Soul. Die Serie fokussiert die Kämpfe zwischen ihrem Vater und ihrem Ehemann, Ted White, die künstlerischen Auseinandersetzungen zwischen ihr und ihren Produzenten John Hammond, Jerry Wexler und Luther Vandross. Zudem kämpft Franklin gegen Rassismus, Machismus und für individuelle Freiheit. Am Ende ist sie die Queen of Soul. (sam)

Pink: All I Know So Far

Eine Mutter auf Tour, Doku, 2021
Zu sehen auf Amazon

Auch im Doku-Fach ließen zuletzt einige Filme über Popstars aufhorchen, darunter ein faszinierendes, ja beängstigendes Porträt von Billie Eilish „The World's A Little Blurry“ oder die aufsehenerregende New-York-Times-Produktion „Framing Britney Spears“ über die Entmündigung und mediale Drangsalierung der Sängerin, die als junges Pop-Phänomen zugleich sexualisiert und an ihrer Jungfräulichkeit gemessen wurde.

Zur fast selben Zeit stieg auch Pink, eigentlich Alecia Moore, zu Weltruhm auf, konnte sich dort aber bis heute halten. Seit Beginn ihrer Karriere inszeniert sie sich – durchaus authentisch – als unverbesserliche Rebellin, als die Kratzbürstige unter den Pop-Prinzessinnen. Eine neue Doku vom „Greatest Showman“-Regisseur Michael Gracey zeigt, wie sie ihre Werte an ihre beiden Kinder (acht und zwei) weiterzugeben versucht, während sie mit diesen und ihrem Mann durch Europa tourt. Und dabei auch für ihre 200-köpfige Crew eine Art Mama ist. Viel passiert sonst nicht: Die Kinder tollen durch Hotel-Suiten und über Bühnen-Equipment, Pink wirbelt am Stahlseil durchs Wembley Stadion, sinniert über Abnabelung von einem Popstar und lehrt ihren süßen Zweijährigen ein Wort: „Res – il – ient.“ Kein Wunder, dass er es bald kann. (kanu)

What's Love Got To Do With It

Solides Tina-Turner-Biopic, 1993
Zu sehen auf Disney+

Das dramatische Leben von Tina Turner trägt die Züge eines Groschenromans. Seine Verfilmung geriet gar nicht so billig. Das 1993 mit Angela Bassett solide verfilmte Biopic „What's Love Got To Do With It“ kann man sich immer wieder ansehen. Gerade kurz vorm Start von „Tina“, einer Doku, die ihr turbulentes Leben retrospektiv beleuchtet (ab 11. 6. im Kino, ab 28. 6. im Netz). Sehr nobel verhält sich Tina Turner, wenn die Rede darin auf Ike Turner, ihren gewalttätigen ersten Ehemann kommt. Als praktizierende Buddhistin ist sie frei von jeglichen Rachegelüsten. In beiden Filmen wird der Geschichte um ihren (zunächst) ungeliebten Songs „What's Love Got To Do With It“ angemessen Raum eingeräumt. (sam)

Everybody's Everything

Abgesang auf Emo-Star Lil Peep, Doku, 2019
Zu sehen auf Netflix

Am 15. November 2017 wurde Gustav Åhr tot in seinem Tourbus aufgefunden, eine Überdosis Psychopharmaka. Bekannt als Emo-Rapper Lil Peep, stand er mit 21 an der Schwelle zum Weltruhm, ein Kurt Cobain der SoundCloud-Generation. Dieser Doku-Nachruf zeichnet das Leben des schlaksigen, eintätowierten New Yorker Jünglings, dessen rauschig-trauriges Liedgut Teenagermassen begeisterte, angemessen melancholisch nach, mit Konzertmitschnitten, Archivaufnahmen, Interviews. Echte und falsche Freunde kreisen hier um seine ordnende Abwesenheit wie Motten um ein schillerndes Nachtlicht. Besonders berührend: Briefbotschaften von Åhrs Ersatzvater, Historiker John Womack, dank dem niemand geringerer als Terrence Malick für die Ko-Produktion des Films gewonnen werden konnte. (and)

Biggie: I Got a Story to Tell

Doku über den Rapper The Notorious B.I.G., 2021
Zu sehen auf Netflix

Nicht einmal 25 Jahre alt wurde der New Yorker Rapper The Notorious B.I.G., der in den Neunzigerjahren neben Tupac Shakur die bestimmende Kraft des Hip-Hops war. Eine aktuelle Dokumentation erzählt sein Leben anhand von Zeitzeugen und alten Filmschnipseln, die „Biggie“ an Straßenecken und in Studios rappend zeigen.

Geld war immer ein Problem. Als zu wenig davon da war, vertickte Notorious B.I.G. Drogen, als zu viel davon da war, nahm er sie selbst. „Mo Money, Mo Problems“ hieß auch einer seiner erfolgreichsten Songs. Der aus recht heterogenen Bestandteilen clever zusammengeschnittene Film bietet Tempo und Spannung. Der als Christopher Wallace geborene Rapper wächst im berüchtigten Clinton Hill in Brooklyn auf. Hin- und hergerissen zwischen Verpflichtungen als gläubiger Zeuge Jehovas und den unerbittlichen Gesetzen des Streetlife findet er im Rap sein Ventil. Mit 18 fasst er eine neunmonatige Gefängnisstrafe aus, als seine Freundin gerade von ihm schwanger ist. Es folgt die große Oper. Der Rapper Big Daddy Kane hievt ihn ins große Hip-Hop-Business. In teils grobkörnigen Bildern sinnieren Zeitgenossen dem 1997 durch ein Drive-by-Shooting aus dem Leben Gerissenen nach. (sam)

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