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Bundestagswahl

AfD erstmals bei Bundestagswahl stärkste Partei in Thüringen

Wahlparty in Berlin mit Beatrix von Storch und Spitzenkandidat Tino Chrupalla. Generell hatte sich die AfD mehr erhofft.
Wahlparty in Berlin mit Beatrix von Storch und Spitzenkandidat Tino Chrupalla. Generell hatte sich die AfD mehr erhofft.REUTERS
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Die rechtspopulistische Partei holt sich drei Direktmandate. Auf Bundesebene beginnt der Richtungsstreit erneut. Ex-Verfassungsschutzchef Hans-George Maaßen verliert unterdessen seinen Kampf um ein Direktmandat für die CDU.

Die Rechtspopulisten blieben hinter ihren Erwartungen zurück. Die Latte lag hoch: 2017 erreichten sie mehr als 13 Prozent. Im Bundestag etablierte sie sich als stärkste Oppositionspartei, im Wahlkampf setzte sie auf Merkel-Kritiker und Impfgegner. Im Wahlkampf konnte die AfD den Konflikt zwischen Ost und West, zwischen rechtsextrem und nationalkonservativ noch notdürftig verdecken. Die Flügel versammelten sich hinter dem Duo Alice Weidel und Tino Chrupalla.

Doch Jörg Meuthen, der ungeliebte Parteichef, hat bereits eine Richtungsdebatte angekündigt, wie er die Partei seit ihrer Gründung 2013 begleitet. Am Tag nach der Wahl 2017 hatte Parteichefin Frauke Petry die Partei auf offener Bühne Knall auf Fall verlassen.

Jubel in Thüringen

Großen Jubel gab es allerdings im Bundesland Thüringen, wo die wegen rechtsextremistischer Tendenzen vom Verfassungsschutz beobachtete Partei bei der Bundestagswahl mit 24,0 Prozent der Stimmen erstmals stärkste Partei geworden. Die SPD wurde dort mit 23,4 Prozent zweitstärkste Partei, die CDU kam auf 16,9 Prozent und Rang drei. Die Linke, die in Thüringen mit Bodo Ramelow den Ministerpräsidenten stellt, sank auf 11,4 Prozent. Die FDP kam auf 9,0 Prozent der Stimmen, die Grünen auf 6,6 Prozent.

Die AfD gewann erstmals bei einer Bundestagswahl in Thüringen Direktmandate. Ihre Kandidaten erhielten in zwei Wahlkreisen in Ostthüringen sowie in je einem in Mittel- und Südwestthüringen die meisten Stimmen. Die CDU, die 2017 alle acht Wahlkreise gewann, behauptete sich nur noch mit ihrem Kandidaten in ihrer Hochburg im katholisch geprägten Eichsfeld. Die SPD konnte drei Wahlkreise für sich entscheiden, darunter in Südthüringen gegen den umstrittenen CDU-Kandidaten Hans-Georg Maaßen.

Maaßen muss sich Ullrich geschlagen geben

Der Ex-Bundesverfassungsschutzpräsident kam nach Auszählung aller Stimmen im südthüringer Wahlkreis 196 auf 22,3 Prozent der Erststimmen, sein SPD-Kontrahent, der Olympiasieger und Ex-Biathlon-Bundestrainer, Frank Ullrich, holte das Direktmandat mit 33,6 Prozent der Erststimmen. Maaßen war in Südthüringen zum CDU-Kandidaten gewählt worden, nachdem der bisherige CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Hauptmann im Zuge der sogenannten Maskenaffäre seine Ämter niederlegen musste. Gegen Hauptmann ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Maaßens Kandidatur für die CDU stand von Anfang an massiv in der Kritik - auch in Teilen der Union.

Thüringens SPD-Chef Georg Maier zeigte sich begeistert angesichts des Erfolgs von Ullrich. Mit Ullrich habe ein Kandidat das Direktmandat geholt, "der dort in der Region verwurzelt ist und der demokratisch verwurzelt ist", sagte Maier.

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(APA/dpa)