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Coronakrise

Lockdowns, Lockerungen, Verschärfungen: Eine Chronologie der Pandemie

Jänner 2021, Österreich im Lockdown. Nun droht ein weiterer.
Jänner 2021, Österreich im Lockdown. Nun droht ein weiterer.(c) REUTERS (LISI NIESNER)
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Nach dreieinhalb Lockdowns steht Österreich vor dem vierten. Zumindest in Oberösterreich und Salzburg sind sie fix. Wie es bundesweit weitergeht, wird spätestens am Freitag entschieden.

Angesichts extrem hohen Neuinfektionen sowie der dramatischen Lage auf den Intensivstationen steht zumindest in Teilen Österreichs ein neuer Lockdown bevor. Fix angekündigt ist dieser ab kommender Woche in Oberösterreich und Salzburg. Ob es auch zu bundesweiten Maßnahmen kommen wird, bespricht die Koalition mit Ländern und Sozialpartnern. Spätestens nach der Landeshauptleutekonferenz am Freitag in Tirol soll eine Entscheidung fallen.

Im erst am 15. September in Kraft getretenen "Stufenplan" der Bundesregierung wäre ein Lockdown für alle eigentlich gar nicht vorgesehen gewesen. Der Plan sollte sich an den Belegzahlen der Corona-Patienten an den Intensivstationen orientieren, ab einer Zahl von 600 wäre dann ein Lockdown für Ungeimpfte vorgesehen gewesen. Doch die Dynamik des Anstiegs zwang die Regierung, die Stufen schrittweise vorzuziehen - bereits am Montag dieser Woche ist dann der Lockdown für Ungeimpfte in Kraft getreten.

Insgesamt gab es bisher drei harte österreichweite Lockdowns (März 2020, November 2020, Dezember 2020) und einen regional auf Ostösterreich begrenzten im heurigen Frühjahr. Begonnen hat die Corona-Pandemie in Österreich am 25. Februar 2020, als die ersten bestätigten Fälle gemeldet wurden. Die Chronologie der Ereignisse:

25. Februar 2020: Erste bestätigte Fälle in Österreich: Ein italienisches Paar in Innsbruck wird positiv getestet.

11. März: Die WHO erklärt Covid-19 zur Pandemie. Größere Veranstaltungen (500 Teilnehmer outdoor, 100 indoor) werden in Österreich verboten, der Uni-Betrieb und die Einreise aus Risikogebieten eingeschränkt.

12. März: Der erste Corona-Todesfall wird gemeldet.

Österreich geht erstmals in den Lockdown

(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)

16. März: Erster Lockdown (Sieben-Tages-Inzidenz 12, 200 bis 300 Neuinfektionen, zwei Todesfälle).

20. März: Weitere Sperrungen: Auch Reha- und Kurhäuser, Thermen sperren zu, Besuche in Spitälern und Pflegeheimen sind weitgehend untersagt.

6. April: Supermärkte dürfen nur noch mit Mund-Nasen-Schutz betreten werden.

14. April: Beginn schrittweiser Lockerungen: Kleine Geschäfte und Baumärkte dürfen aufsperren, aber Maskenpflicht in Geschäften und öffentlichen Verkehrsmitteln. Einreisebeschränkungen für Familienangehörige oder Lebenspartner werden etwas gelockert.

1. Mai: Ende der Ausgangsbeschränkungen, Treffen von maximal 10 Personen erlaubt.

15. Mai: "Neue Normalität" bei im Schnitt täglich 50 Neuinfektionen: Unter strengen Sicherheitsauflagen öffnen Gastronomie und Museen.

15. Juni: Die Maskenpflicht fällt großteils. Die AUA nimmt (stark eingeschränkt) nach drei Monaten den Linienflugverkehr wieder auf.

24. Juli: Die Zahlen steigen deutlich, es gilt wieder Maskenpflicht im Lebensmitteleinzelhandel, Supermärkten, Gesundheitseinrichtungen, Banken etc.

4. September: Die Corona-Ampel startet auf "grün", mit nur vier "gelben" Regionen (Wien, Linz, Graz und dem Bezirk Kufstein) - und Streitereien über Kriterien und Konsequenzen.

14. September: Die Neuinfektionen sind sprunghaft auf teils über 900 angewachsen. Die Regierung verfügt Maskenpflicht in fast allen öffentlich zugänglichen Innenräumen.

21. September: Weitere Beschränkungen für Zusammenkünfte und Veranstaltungen sowie in der Gastronomie.

28. September: In Wien müssen sich Gäste in der Gastronomie registrieren lassen. In der Folge ergreifen auch andere Länder diese Maßnahme.

15. Oktober: Die Corona-Ampel zeigt erstmals "rot", in vier Bezirken. Einige Länder verbessern den Schutz von Alters- und Pflegeheimen.

3. November: "Lockdown light": Handel und persönliche Dienstleister bleiben offen, auch Volksschulen, Unterstufen, Kindergärten. Oberstufen und Unis wechseln auf Distance Learning. Der Ausgang ist nachts beschränkt, Gastronomie, Freizeiteinrichtungen, Theater, Museen, Kinos und Hotels (für Touristen) sind geschlossen.

13. November: Bisheriger Höchstwert an Neuinfektionen (9.586).

Österreich geht zum zweiten Mal in den Lockdown

(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)

17. November: Zweiter Lockdown (Sieben-Tages-Inzidenz von 535, 4.525 Spitals-, 658 Intensivpatienten): Handel und Dienstleister (außer Grund- und Gesundheitsversorgung) müssen zusperren, Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr.

7. Dezember: Der Lockdown wird wieder "light": Ausgangsbeschränkung nur nachts, Weihnachtsmärkte sind verboten.

24./25. Dezember: Weihnachts-Ausnahme: Maximal zehn Personen dürfen zusammen feiern, ohne Ein-Meter-Regel und Maske. Skilifte und Gondelbahnen dürfen (dauerhaft) aufsperren, Winterurlaub ist aber nicht zulässig, nur Tagesausflüge.

Österreich geht zum dritten Mal in den Lockdown

(c) Die Presse/Clemens Fabry (Clemens Fabry)

26. Dezember: Dritter Lockdown (Sieben-Tages-Inzidenz von 147, 2.455 Spitals-, 431 Intensivpatienten): Ausgang (rund um die Uhr) und Kontakte (ein Einzelner mit einem anderen Haushalt) wieder stark beschränkt.

27. Dezember: Die ersten Impfungen gegen das Coronavirus werden an der MedUni Wien verabreicht.

25. Jänner: FFP2-Maskenpflicht in Öffis., Handel etc.

8. Februar: Der "harte" Lockdown ist zu Ende: Der Handel darf wieder komplett aufsperren, Schulen kehren zum Präsenz-Unterricht zurück. Für den Besuch von Friseuren & Co ist ein negativer Coronatest (maximal 48 Stunden alt) nötig. Gastronomie und Theater bleiben zu, es gilt weiter die nächtliche Ausgangssperre.

15. März: Vorarlberg öffnet als "Modellregion" Gastronomie und Veranstaltungen (bis 20 Uhr).

1. April: "Ost-Lockdown" in Wien, Niederösterreich und Burgenland (Sieben-Tages-Inzidenz von 242, 2.297 Spitals-, 531 Intensivpatienten): Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen rund um die Uhr, Schulen, Geschäfte (außer Grundversorgung), Freizeiteinrichtungen werden geschlossen.

19. April: Ende des harten Lockdowns im Burgenland.

3. Mai: Harter Lockdown endet auch in Wien und Niederösterreich. Gastronomie bleibt noch geschlossen und Veranstaltungen beschränkt.

19. Mai: Weitgehendes Ende der Corona-Einschränkungen: Hotels, Gastronomie, Sportstätten und Kultur öffnen - aber mit 3G-Regel.

1. Juli: Noch einmal Lockerung: Die Sperrstunde fällt, die Nachtgastronomie wird geöffnet, Besucher/Kundenlimits fallen. Die FFP2-Maske wird durch Mund-Nasenschutz ersetzt - und der ist nur dort zu tragen, wo 3G nicht gilt (Handel, Öffis, Ämter etc.). Wien behält einige regionale Verschärfungen bei.

22. Juli: Keine Maskenpflicht im Handel (außer Grundversorgung) mehr, 2,5G (geimpft, genesen, PCR-getestet) in der Nachtgastronomie.

8. September: Die Regierung legt den auf Auslastung der Intensivstationen basierenden "Stufenplan" vor.

15. September: Stufe 1 tritt in Kraft - es gilt wieder FFP2-Pflicht wo bisher Mund-Nasenschutz reichte,

1. Oktober: Verschärfung in Wien: 2G für Nachtgastro und größere Events; es gelten nur noch PCR-Tests, FFP2-Pflicht auch im Handel.

23. Oktober: Die Regierung erweitert den Stufenplan - bis zur Stufe 5 "Lockdown für Ungeimpfte ab 600 Intensivpatienten".

27. Oktober: Steiermark kündigt Verschärfungen für 8. November an: Wie in Wien gilt künftig in der Nachtgastronomie und bei Events mit mehr als 500 Personen 2G. Dazu kommt eine FFP2-Maskenpflicht in Kundenbereichen, bei Kulturevents und bei religiösen Zusammenkünften.

28. Oktober: Die Ampel-Kommission empfiehlt angesichts "steil" steigender Infektionszahlen, Maßnahmen des Stufenplans vorzuziehen, vor allem soll in Innenräumen eine bundeseinheitliche FFP2-Regelung eingeführt werden.

29. Oktober: Mückstein kündigt eine 2,5G-Regel am Arbeitsplatz ab Mitte November an, muss später aber wieder wegen fehlender Testkapazitäten zurückziehen

29. Oktober: Auch Tirol, Oberösterreich und Kärnten kündigen Maßnahmen-Verschärfungen ab 4. bzw. 8. November an, u.a. eine 2G-Regel in der Nachtgastronomie sowie bei Veranstaltungen ab 500 Personen.

30. Oktober: Auch Niederösterreich kündigt 2G für Nachtgastro und Großveranstaltungen ab 8. November an

1. November: 3G-Regel am Arbeitsplatz tritt in Kraft, bis 14. November kann alternativ eine FFP2-Maske getragen werden.

2. November: Zahl der Covid-Intensivpatienten überstieg 300er-Schwelle. Damit wird sieben Tage später Stufe 2 des Stufenplans in Kraft treten - dann gilt österreichweit in der Nachtgastronomie und bei Veranstaltungen mit mehr als 500 Personen doe 2G-Regel. Auch "Wohnzimmertests" sind dann verboten.

2. November: Das Nationale Impfgremium empfiehlt die dritte Corona-Impfung bereits sechs Monate nach dem Zweitstich - später wird klar, dass in Ausnahmefällen auch vier Monate nach dem Zweitstich aufgefrischt werden kann.

2. November: Auch Salzburg kündigt schärfere Maßnahmen ab 8. November an - ebenfalls mit 2G-Regel für die Nachgastronomie und größere Veranstaltungen.

Geht Österreich ein weiteres Mal in den Lockdown?

4. November: Jahreshöchstwert bei den Neuinfektionen mit 8593 Neuinfektionen binnen 24 Stunden.

5. November - Regierung und Landeshauptleute beschließen eine 2G-Regelung für die meisten Bereiche des öffentlichen Lebens ab 8. November. Dies bedeutet, dass man beispielsweise in die Gastronomie, Theater, Konzerte, (Sport-)veranstaltungen oder zum Friseur nur noch geimpft oder genesen kommt. Am Arbeitsplatz gilt weiterhin die 3G-Regel.

10. November: Die Landeshauptleute der Corona-Hotspots Oberösterreich und Salzburg, Thomas Stelzer und Wilfried Haslauer (beide ÖVP) lehnen Mücksteins Vorschlag eines regionalen Lockdowns für Ungeimpfte ab. Auch ÖVP-Bundeskanzler Schallenberg ist gegen das Vorziehen der Stufe 5.

11. November: Stelzer kündigt nun doch einen Lockdown für Ungeimpfte in Oberösterreich ab 15. November an.

12. November: Mückstein kündigt auch für Salzburg einen Lockdown für Ungeimpfte ab 15. November an.

14. November: Bund und Länder einigen sich auf österreichweiten Lockdown für Ungeimpfte ab 15. November. Mückstein will auch nächtliche Ausgangssperren für alle, die ÖVP lehnt das strikt ab.

15. November: FPÖ-Chef Kickl wird positiv getestet, begibt sich in Quarantäne.

16. November: Die oberste Gesundheitsbeamtin im Gesundheitsministerium, Katharina Reich, pocht weiter auf Ausgangsbeschränkungen in der Nacht auch für Geimpfte und fordert eine "Notbremse".

18. November: Oberösterreich und Salzburg kündigen einseitig einen Lockdown für alle in ihren Bundesländern an.

19. November: Regierung und Länder beraten bei der Landeshauptleutekonferenz in Tirol über weitere Maßnahmen.

(APA)

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