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Jahresrückblick

Ein Jahr im Wellenbad der Covid-Gefühle

Auch 2021 brachte eine Weltreise der Covid-Krisen. Von Portugal, Indien, Brasilien, Großbritannien und Israel wieder zurück nach Mittel- und Osteuropa. Es ging um den Vergleich von Maßnahmen, kleine Wunder, Vorbilder und abschreckende Beispiele. Und dann kam Omikron.

Als wir erstmals über Delta diskutiert haben, hatte diese Coronavirus-Mutante kurz zuvor noch die „indische Variante“ geheißen. Das Jahr 2021 hat dann aber ein Comeback der griechischen Buchstaben gebracht, dass wir in dieser Form wohl nicht für möglich gehalten haben. Am 29. Mai hat die Austria Presse Agentur eine Meldung gebracht, die die „Presse“ unter dem Titel „Indische Variante könnte im Herbst Probleme machen“ aufgegriffen hat. Nun. Mehr oder weniger frisch aus dem Delta-Lockdown blicken wir nun gebannt auf Omikron, dessen genauere Eigenschaften wir wohl erst 2022 kennenlernen werden.

Doch erst ein Blick zurück: Das Coronavirus hat 2021 Redakteur:innen und Leser:innen einen wellenartigen Einblick in die Gesundheitssysteme vieler Länder dieser Erde gegeben. Jede Welle, jede Mutante, jeder Mangel an Intensivbetten, jede neue Maßnahme, jedes neue Medikament sorgte für Schlagzeilen.

Mit Covid rund um die Welt

Dabei haben wir eine kleine Weltreise zurückgelegt. Immer wieder stellten wir die Frage: Warum ausgerechnet... Indien? Als Beispiel. Im Frühling 2021 drehte sich die internationale Berichterstattung über das Coronavirus fast ausschließlich um den Subkontinent. Mit gutem Grund - schließlich ging vermutlich von dort aus das Delta-Virus um die Welt. Spätestens als die Delta-Zahlen in Großbritannien kurz darauf in die Höhe schossen, war auch in Kontinental-Europa klar: trotz guten Fortschritten bei der Durchimpfung, drohte Gefahr. Wer das Duell Delta gegen Omikron gewinnt, das überlassen wir den Jahresrückblicks-Schreibenden 2022. Wiewohl sich mit Blick erneut auf Großbritannien oder Norwegen und Dänemark [14.12.] schon ein Sieger erahnen lässt.

Fast zeitgleich mit der Covid-Katastrophe in Teilen Indiens, geriet die Pandemie in Brasilien außer Kontrolle. Das Land schlitterte Mitte März ins völlige Coronadesaster [20.3.] Schuld daran war übrigens - wie könnte es anders sein - eine Variante namens P.1., die übrigens später zu „Gamma" wurde.

Als im Frühling aber die Deltavariante die Welt eroberte, war man hierzulande noch voll mit der damals als „britischen Mutante“ bekannten Variation des Coronavirus beschäftigt. Kurzzeitig gab es gar eine „Tiroler Variante“, die es in die Schlagzeilen schaffte. [29.4.]

Die Suche nach Vorbildern und Lehren

Neben den Auf und Abs der Pandemie hier in Österreich gab es eine Reihe von Ländern, deren Probleme und Erfolge wir in den vergangenen zwölf Monaten intensiv verfolgt haben.

Portugal etwa. Das Land auf der iberischen Halbinsel mit ein wenig mehr Einwohnern als Österreich schaffte innerhalb dieses Jahres gar den Wandel vom Saulus zum Paulus - und fast schon wieder retour. Vom Hotspot zum Impfmusterschüler zum Sorgenkind. Im Jänner waren die Intensivstationen Portugals überlastet, die Inzidenzen auf Rekordwerten, einige Patienten wurden sogar nach Österreich ausgeflogen. In der zweiten Jahreshälfte las man vor allem vom Impf-Vorbildland. Zuletzt zogen die Zahlen auch auf der iberischen Halbinsel wieder an.

Portugal

23.1. - eine große Covid-Welle zu Jahresbeginn
>> Der iberische Virus-Tsunami

17.11. - Portugal, Spanien, Italien als Vorbild
>> Wie Südeuropa das Virus bekämpft

1.12. - doch noch eine Delta-Welle, samt Omikron-Anfängen
>> Impfmeister Portugal im Notstand

„Delta“ beherrschte jedenfalls das Pandemiegeschehen zum großen Teil des Jahres. Das Spekulieren über weitere Varianten gehörte allerdings immer wieder zum Pandemie-Alltag. Stichwort Lambda-Variante in Peru [6.8.], die nur ein kurzfristiges Aufflackern im Medienrauschen der Pandemie darstellte.

Andere Länder, die 2020 noch im Fokus standen, hielten sich 2021 im Hintergrund: Schweden (Stichwort der „schwedische Weg") oder auch China etwa. Über das skandinavische Land und seinen weniger restriktiven Weg zu Beginn der Pandemie werden wohl noch einige Nachbetrachtungen geschrieben werden. Anders als in Europa herrscht in China mittlerweile eine strikte Null-Covid-Strategie - mit extremen Maßnahmen, von denen unsere Korrespondenten immer wieder berichteten.

Es gab so viele Covid-Schlaglichter im vergangenen Jahr, dass man sie gar nicht alle aufzählen kann. Von einem Impfwunder in Chile war im März die Rede, oder den Kanarischen Inseln als Zufluchtsort im Mai, extreme Covid-Wellen in Südost-Europa (Lettland, Rumänien, zuletzt Ende November in der Slowakei) sorgten für Schlagzeilen. In Dänemark war die Pandemie eben doch auch nicht beendet - die Zahlen gingen trotz hoher Durchimpfungsrate in die Höhe (9.11.) - noch bevor man von Omikron überhaupt etwas gehört hatte. Und auf größtes Leseinteresse stieß auch ein Bericht aus Gibraltar, wo die Delta-Mutante trotz „totaler Durchimpfung" ihr Unwesen trieb [29.11.].

Auch Israel stand im Sommer plötzlich wieder im Rampenlicht [18.8.] der Covid-Beobachter. Eine Infektionswelle breitete sich aus. Schließlich wurde dank Studien klar: eine dritte Impfung könnte die Delta-Welle wieder in den Griff bekommen [2.11.]. Und so bekam Israel die Lage rasch wieder unter Kontrolle und wurde ein weiteres Mal Vorbild für Österreich.

Immer wieder ging der Blick im Jahr 2021 nach Großbritannien. Das Land war dem europäischen Kontinent oft voraus, was die Covid-Wellen betraf. Und die Regierung ermöglichte im Sommer sogar einen „Tag der Freiheit“, der eigentlich nur der Beginn des Pandemie-Endes sein sollte. Und dann kam Omikron.

Ende November dann die vorerst letzte Wende im Covid-Jahr Nummer zwei. Die neue Variante Omikron breitet sich aus dem südlichen Afrika rasant weltweit aus. „Südafrika schockt mit neuer Mutante“, titelte die „Presse“ am 26. November. Und sollten die Vorhersagen zutreffen, so wie die eingangs beschriebene düstere Prognose im Mai 2021 für den Herbst 2021 zugetroffen hat, dann lesen wir wohl auch im Jahresrückblick 2022 noch vom Coronavirus. Und gehen erneut der Frage nach: Welche Maßnahmen die aktuellen Mutanten in den Griff bekommen könnten.

>> Omikron als unterschätzte Gefahr [13.12.]

Hier noch die Daten von „ourworldindata.org“, die oft als Basis für Coronazahlenvergleiche herhalten. Die Inzidenz-Kurve von China ist aufgrund der Null-Covid-Politik des kommunistischen Regimes kaum wahrnehmbar.

 

Was 2021 wichtig war

Zum Jahresrückblick der „Presse“-Redaktion