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Bericht

Butscha: Russen sollen Gräueltaten gefunkt haben

Eine trauernde Bewohnerin von Butscha.
Eine trauernde Bewohnerin von Butscha.APA/AFP/RONALDO SCHEMIDT
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Der deutsche Auslandsgeheimdienst belauschte laut „Spiegel“, wie sich Soldaten über Gräueltaten in Butscha unterhielten als wäre es Alltag. Andere Gespräche deuten darauf hin: Butscha war erst der Anfang.

Als Wladimir Putin am Mittwoch mit Viktor Orbán telefonierte, ging es auch um die Massaker in Butscha. Der russische Präsident stritt wieder einmal ab. Er sprach laut Kreml-Aussendung von einer „zynischen Provaktion“, hinter der die Ukraine stecke. Die Augenzeugenberichte und Satellitenaufnahmen erzählten schon davor eine ganz andere Geschichte. Und nun widerlegen auch Funksprüche die russischen Behauptungen.

Der deutsche Auslandsgeheimdienst BND hat sie abgefangen und darüber Parlamentarier unterrichtet, schreibt der „Spiegel“. Dem Bericht zufolge sollen die Morde an Zivilisten in Butscha von Soldaten besprochen worden sein und einzelne Funksprüche würden sich „auch den fotografierten Leichen zuordnen lassen“, die entlang der Hauptstraße gefunden wurden.

Zwei Beispiele listet der Bericht auf: So soll der BND mitgehört haben, wie ein Soldat einem anderen schildert, dass er eine Person von ihrem Fahrrad geschossen hat. Zu den Schockaufnahmen aus Butscha zählt das Bild von einem ermordeten Zivilisten neben seinem Fahrrad. Außerdem soll ein Mann gesagt haben: „Man befrage Soldaten zunächst, dann erschieße man sie.“ 

Die Aufnahmen des BND sollen auch den Verdacht erhärten, dass die Brutalität Methode und möglicherweise Teil einer Strategie ist. Denn die Soldaten unterhielten sich über die Gräueltaten „wie über ihren Alltag“.

Weitere Massaker befürchtet

Dem Bericht zufolge sollen Söldner der Gruppe Wagner „maßgeblich“ an die Gräueltaten beteiligt gewesen sein. Die Gruppe ist wegen ihrer Brutalität weltweit berüchtigt.

Und Butscha war möglicherweise erst der Anfang: Laut „Spiegel“ hat der BND weiteres Gesprächsmaterial lokalisiert, das sich nur schwer zuordnen lässt, aber der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskij warnte am Donnerstag vor tausenden getöteten Zivilisten in der Hafenstadt Mariupol. Bestätigen ließ sich das nicht.

--> Der „Spiegel"-Bericht

(red.)