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Moskauer Erholungspark - Leben, als ob kein Krieg wäre. Aber der Schein trügt.
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Analyse

Warum nur ist Russlands Wirtschaft so widerstandsfähig?

Russland schwimmt geradezu im Geld. Überhaupt scheint es die Sanktionen besser zu verdauen als erwartet. Jedenfalls bisher. Aber der Härtetest steht knapp bevor. Und wie die Zukunft aussieht, zeigt sich schon jetzt an einer Automarke.

Es sieht in Moskau so gar nicht nach Sanktionen aus. Vor allem jene Bürger, die keine extravaganten Wünsche haben, kommen durchaus auf ihre Rechnung. Die Regale in den Supermärkten sind weitgehend voll. Die Restaurants und Cafés arbeiten im Normalbetrieb. Und auf den Straßen stauen sich die Autos wie eh und je.

Aber nicht nur im Alltag herrscht Business as usual. Auch wirtschaftliche Kennziffern kommen plötzlich besser daher als noch vor zwei, drei Monaten und sehen nicht mehr ganz danach aus, dass das Land Krieg gegen die Ukraine führt und dafür mit beispiellosen Sanktionen vom Westen belegt wurde. Natürlich bricht die Wirtschaftsleistung ein. Aber hatte die Weltbank im April für heuer noch ein Minus von 11,2 Prozent prognostiziert, so nun eines von nur noch 8,9 Prozent. Und die russische Zentralbank, die noch im April einen Rückgang von acht bis zehn Prozent vorausgesagt hat, hält nun eine weichere Landung für möglich. Das wäre zwar immer noch eine der härtesten in der postsowjetischen Geschichte, aber doch vergleichbar mit jenen minus 7,9 Prozent in der Finanzkrise 2009.

Wie kann es kommen, dass einerseits stets neue Sanktionen verhängt werden und andererseits die Wirtschaft besser dasteht als in den ersten Wochen des Krieges erwartet?