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Epstein-Connection

Prinz Andrew legt vorerst alle royalen Aufgaben nieder

Prinz Andrew, zweitältester Sohn von Queen Elizabeth II., will die königliche Familie vorerst nicht repräsentieren.
Prinz Andrew, zweitältester Sohn von Queen Elizabeth II., will die königliche Familie vorerst nicht repräsentieren.REUTERS

Seine Freundschaft zu Jeffrey Epstein bringt Prinz Andrew in die Bredouille. Er zieht sich von allen offiziellen Pflichten im Königshaus zurück, der Druck war zu groß geworden.

Der britische Prinz Andrew nimmt wegen seiner Verwicklung in den Epstein-Skandal vorerst keine offiziellen Aufgaben für die britische Königsfamilie mehr wahr. Das teilte der zweitälteste Sohn von Königin Elizabeth II. am Mittwochabend mit.

Ihm sei klar geworden, "dass die Umstände meiner früheren Verbindung zu Jeffrey Epstein zu einer enormen Störung geworden sind für die Arbeit meiner Familie und die wertvolle Arbeit in den Organisationen und Vereinen, die ich mit Stolz unterstützt habe", schrieb Andrew. Er habe daher die Queen gebeten, "auf absehbare Zeit" von seinen Aufgaben zurücktreten zu dürfen. Die Königin habe ihm das gewährt.

Er bereue weiterhin uneingeschränkt seine Verbindung zu Epstein und habe zutiefst Mitgefühl mit den Opfern. "Selbstverständlich bin ich bereit, mit jeder angemessenen Ermittlungsbehörde zusammenzuarbeiten, wenn es notwendig sein sollte", so Andrew.

Der Royal, der schon länger wegen seiner Freundschaft mit Epstein in der Kritik steht, geriet in den vergangenen Tagen immer weiter unter Druck. Epstein, der sich Anfang August in einem New Yorker Gefängnis das Leben genommen hatte, war wegen sexuellem Missbrauchs Minderjähriger angeklagt. Er soll seine Opfer auch zur Prostitution gezwungen haben. Eine Reihe von Frauen in den USA erhebt schwere Vorwürfe, wonach Epstein sie auch als "Sexsklavinnen" an Freunde und Bekannte weitervermittelt habe. Eines der Opfer behauptet, mehrmals zum Sex mit Andrew gezwungen worden zu sein. Der Royal bestreitet das.

Epstein unterhielt gute Kontakte zu zahlreichen Politikern und Prominenten, unter anderen zu Prinz Andrew und US-Präsident Donald Trump. In einem Fernsehinterview wies er vor einigen Tagen diese Vorwürfe zurück und äußerte sich auch zum Fall Epstein. In britischen Medien wurde Prinz Andrew anschließend ein schwacher und wenig überzeugender Auftritt in dem Interview vorgeworfen. Kritisiert wurde vor allem, dass er dabei kein Wort des Mitgefühls mit Epsteins Opfer verloren hatte. Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit weckte unter anderem ein Brief seines ehemaligen Privatsekretärs an die Tageszeitung "Times", darin heißt es, Andrew habe Epstein Anfang der 1990er Jahre kennengelernt. Der Prinz hatte der BBC aber gesagt, er habe Epstein erstmals 1999 getroffen.

(APA/dpa)