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Bilanzfälschung

Die Suche nach den Schuldigen

Ein Kameramann vor dem Wirecard-Hauptsitz in Aschheim in Bayern.
Ein Kameramann vor dem Wirecard-Hauptsitz in Aschheim in Bayern.(c) REUTERS (ANDREAS GEBERT)
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Zwei Skandale rund um die kriminellen Machenschaften bei Wirecard und der Commerzialbank Mattersburg erschüttern den Finanzplatz Österreich. Wie konnte das passieren?

Wien. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser, besagt ein russisches Sprichwort. Wenn man die Nachrichten in den vergangenen Wochen mitverfolgt hat, drängt sich der Eindruck auf: In der Finanzbranche ist weder das eine noch das andere vorhanden.

Im Juni stellte sich heraus, dass der aus Österreich stammende Vorstand des deutschen Zahlungsanbieters Wirecard die global verflochtenen Finanzmärkte dazu missbraucht hatte, Vermögenswerte von 1,9 Milliarden Euro vorzutäuschen. Nun ist der gefeierte Börsenstar insolvent, Ex-Vorstandschef Markus Braun auf Kaution frei, seine rechte Hand, Jan Marsalek, auf der Flucht.

Während sich viele noch darüber wundern, wie Milliardensummen von einem Tag auf den anderen nicht mehr existieren, bricht im beschaulichen Burgenland der nächste Finanzskandal aus: Der Commerzialbank Mattersburg wird die Lizenz entzogen, der Bankchef soll fiktive Buchungen getätigt haben. Ein Regierungskommissär wurde bestellt, die Staatsanwaltschaft ermittelt, die Einlagensicherung muss einspringen, Gemeinden bangen um ihre Guthaben.

Die beschriebenen Fälle sind zwar von unterschiedlichem Kaliber – aber bei beiden wurden Bilanzen gefälscht, ohne dass es aufgefallen wäre. Wie konnte das passieren? Die Tendenz der Finanzindustrie, Grenzen auszutesten, ist keine Neuigkeit – daher unterliegt sie mehrstufigen Kontrollmechanismen.

Die drei wichtigsten und ihre Mängel: