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Omikron

PCR-Engpässe: Salzburg fordert Wiedereinführung der Wohnzimmertests

Wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen werden in Salzburg vorerst nur mehr Infizierte behördlich erfasst. Nur in sensiblen Bereichen gibt es noch ein umfassendes Contact Tracing.
Wegen der hohen Zahl an Neuinfektionen werden in Salzburg vorerst nur mehr Infizierte behördlich erfasst. Nur in sensiblen Bereichen gibt es noch ein umfassendes Contact Tracing.APA/FRANZ NEUMAYR
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Die PCR-Teststrategie werde bald an ihre Grenzen stoßen, warnt Salzburgs Landeshauptmann Haslauer. Nicht überwachte Wohnzimmertest sollten daher wieder anerkannt werden.

In Salzburg rechnen die Experten des Landes damit, dass die PCR-Teststrategie angesichts der hohen Zahl an Neuinfektionen ab Ende kommender Woche an ihre Grenzen stoßen wird. Ergebnisse können dann nicht mehr in angemessener Zeit übermittelt werden. Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) sagte darum am Freitag, das Beratungsgremium „Gecko" solle auch nicht überwachte Wohnzimmer-Antigentests wieder anerkennen - zumindest als Notfallprogramm.

Um die Frage, ob man angesichts der sich ausbreiteten Virus-Variante Omikron die weniger genauen Wohnzimmertests wieder forcieren sollte, werde es in der Sitzung am heutigen Freitag unter anderem auch gehen, bestätigte das Beratungsgremium. Entsprechende Empfehlungen werde man an die Bundesregierung weitergeben. 

Konkrete Vorstellungen hat Salzburg bereits: Solange die PCR-Teststrategien überfordert werden, wäre es konsumentenfreundlich, wenn die Wohnzimmertests wieder anerkannt werden. Wegen des erwarteten längeren Vorlaufs sollen zunächst in rund 80 der 119 Salzburger Gemeinden Stationen für überwachte Antigentests reaktiviert werden, damit ein entsprechendes Testangebot aufrechterhalten werden kann - etwa für Personen, die 3G- oder 2-G-Plus-Nachweise erbringen müssen.

Tägliche Antigentests an Schulen

Zwar hätten PCR-Tests eine höhere Treffsicherheit, andererseits sei bei hoher Infektionsgeschwindigkeit ein PCR-Test alle 72 Stunden nicht so aussagekräftig wie ein täglich durchgeführter Antigentest, betonte Haslauer. Angesichts der aktuell erheblichen Probleme bei den Schultests habe Salzburg auch beschlossen, die Schüler täglich mit Antigentests testen zu lassen - solange das mit den PCR-Tests nicht funktioniere.

"Optimal wären natürlich flächendeckende PCR-Tests, die in kurzer Zeit ausgewertet werden", räumte Uta Hoppe, Primaria am Uniklinikum Salzburg, ein. Dies ließen die Laborkapazitäten aber nicht zu. "Wir brauchen den sensitiveren PCR-Test auch für das Freitesten der Menschen nach der Infektion, um sie aus der Quarantäne heraus wieder rasch in die Arbeit zu bekommen."

Vorarlberg will bei PCR-Testauswertung autark werden

Die Vorarlberger Landesregierung will bei PCR-Tests angesichts wiederholter Verzögerungen des in Salzburg sitzenden Anbieters unterdessen unabhängig werden. Tests aus Vorarlberg sollen künftig nur mehr im Land bearbeitet werden, dazu stellt das Land der beauftragten Laborgruppe Hilfe bei IT und Personal. Die Probleme seien "äußerst bedauerlich", sie müssten raschestmöglich behoben werden, so der zuständige Landesrat Christian Gantner (ÖVP) in einer Aussendung am Freitag.

Die Salzburger Laborgruppe kämpft derzeit mit massiven IT-Problemen, die Übermittlung von Testergebnissen erfolgt daher zum Unmut vieler verzögert. Darum schickt das Land nun IT-Experten der Krankenhausbetriebsgesellschaft und der Landeswarnzentrale in die Dornbirner Außenstelle des Anbieters. Sie sollen das EDV-System so unabhängig wie möglich vom Salzburger Stammsitz machen. Zudem will das Land bei der Suche nach Personal für die Auswertung helfen.

Betroffen sind davon die Screening-Tests, also PCR-Tests aus den Landesteststraßen und die PCR-Gurgeltests. Behördlich angeordnete Tests werden dagegen weiter im landeseigenen Labor in der Pathologie Feldkirch bearbeitet, auch Schultests und jene in Apotheken, die eigenes Gerät betreiben, werden weiter separat bearbeitet. Man habe seitens des Landes seit geraumer Zeit ein lokales Auswertungslabor im Land gefordert, nun stehe ein solches zur Verfügung. "Gerade in krisenhaften Zeiten ist es wichtig, ein höchstmögliches Maß an Eigenständigkeit zu haben", betonte Gantner. Dennoch obliege die Übermittlung der Resultate weiter dem externen Labor, das überlastet sei. Noch im Vormonat sei die Auswertungsdauer sehr zufriedenstellend gewesen. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, dass diese Durchlaufzeiten wieder erreicht werden", sagte Gantner.

(APA)