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Mama Liu & Sons

(c) Mama Liu & Sons
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Chinesisches Fondue, eine große Auswahl an feinen Dim Sum und asiatische Biere gibt es bei Mama Liu & Sons, Wiens erstem inoffiziellen Hipster-Chinesen.

Und da sage noch einer, auf das Äußere komme es nicht an. Seit rund zehn Jahren betreibt die Familie Liu das Restaurant an der Ecke Gumpendorfer Straße/Köstlergasse. Und chinesisches Fondue gibt es hier schon lange, nur eben früher unter dem Namen Hot Pot, etwas später dann als Liounge – inklusive auffallend oranger Schaufensterbeklebung und runden Fenstern.

Jetzt aber hat das Architekturbüro Tzou Lubroth, das auch unter anderem die Lokale Finkh (Esterhazygasse), Ramien (Wien Mitte) und Shanghai Tan (Gumpendorfer Straße) gestaltet hat, dem Ecklokal eine Revitalisierung verpasst. Und siehe da: Dank genieteter Edelstahlplatte, hübschen Malereien auf einer kahlen Ziegelwand und großen, schwarzen Lampenschirmen ist das Lokal jetzt besonders gut besucht. „Ein Freund hat gesagt, das ist Wiens erster Hipster-Chinese“, sagt einer der beiden Söhne von Mama Liu. Da dürfte etwas dran sein.

Fondue gibt es hier nach wie vor. Bei den Suppen stehen Rind, Tomate-Koriander, Curry-Kokos oder die scharfe Ma-La-Variante zur Auswahl. Der Preis des Fondues richtet sich nach den Einlagen: Veggie, Fleisch oder Meeresfrüchte (15 bis 21 Euro). Vom Buffet hat man sich zum Glück verabschiedet, von den vielen kleinen Gerichten zum Glück nicht. Und die lassen sich auch sehr entspannt direkt an der Bar – mit Blick in die Küche – verputzen. Zum Beispiel: ein köstlicher Salat aus marinierten Rindskutteln, Karotten, Koriander und Jungzwiebeln (Niu Du, 4,20 Euro), schön würzige Pfefferoni in sämiger, schwarzer Bohnensauce namens La Jiao (3,80 Euro) oder aber eine Reihe köstlicher Dim Sum. Besonders zu empfehlen sind Shao Mai, gedämpfte Teigtaschen mit Schweinefleisch, Wassermaroni und Shrimps gefüllt (drei Stück, 4,20 Euro) oder aber Hong You Zhao Shou, gedämpfte Wan Tan in Erdnusssauce und frischen Kräutern (drei Stück, 3,80 Euro) – zum Eingraben. Für jene, die es eilig haben, gibt es auch Tagesgerichte wie Mama Lius Rice Bowl (Bauchfleisch, Pfefferoni, Ei, Chinakohl und Koriander auf Reis) oder große Suppen. Gekühlt werden die zum Beispiel mit einer Reihe asiatischer Biere (Singha, Chang, Tsingtao...um je 3,50 Euro). Und zur Nachspeise, den Kokosbällchen (aus Reisteig, gefüllt mit schwarzem Sesam, vier Stück, 4,20 Euro) sagt die Barnachbarin nur: „Bist deppert, die sind gut.“ Da kann man zum Glück nicht widersprechen.
Mama Liu & Sons, 6., Gumpendorfer Str. 29, ✆01/ 586 36 73, Di–Fr 11.30–24, Sa, So 11.30–2 Uhr Mama Liu & Sons

diepresse.com/essen

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.10.2014)