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Leben

Das Leben der Protestanten: Eine Kirche im Umbruch

Vikarin Julia Schnizlein in der Lutherkirche in Wien-Währing
Vikarin Julia Schnizlein in der Lutherkirche in Wien-WähringClemens Fabry
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Die evangelische Kirche liegt hierzulande oft unter der Wahrnehmungsschwelle, dabei passiert intern gerade viel. Die jüngste Synode am Samstag hat dies wieder gezeigt – eine Ehe für alle wird es zwar nicht geben, aber dafür ein Segnungsgottesdienst für alle.

Hinter der Kirche macht der Kiesweg einen kleinen Bogen. Die Äste der dünnen Birke hängen nackt herunter, aber die Sonne scheint schon in die kleine Gasse und auf die schmuckvolle Fassade des evangelischen Pfarramtes. Eine Umgebung wie aus einem Harry-Potter-Film. Julia Schnizlein ist noch spätwinterlich in zivil gekleidet, sie stoßt die große und sperrige Eingangstür auf und betritt das dämmrige Innere der Lutherkirche in Wien-Währing. Die Sonne blendet dicke Streifen in die dunklen Kirchenreihen. Schnizlein hat ihren schwarzen Talar angezogen und knöpft ihn zu. „Mich fragen Leute nach meinem Beruf“, erzählt sie, „und ich sage Pfarrerin. Oft kommt kann: Fahrerin? Was fahren Sie denn?“