Abendbriefing

Ein Altkanzler verteidigt sich und ein Grünen-Mandatar ärgert sich: Der Tag im Rückblick

Wir lassen den Tag Revue passieren, geben Tipps für den Abend und blicken auf morgen.

Die „Presse“ hat bereits am Wochenende exklusiv darüber berichtet, heute ist es offiziell gemacht worden: Die AUA verordnet sich ein drastisches Sparpaket. Bis zu 800 Stellen werden gestrichen. "Wir müssen uns neu aufstellen, um im brutalen Wettbewerb gegen die Billigflieger zu bestehen", sagt AUA-Chef Alexis von Hoensbroech (mehr dazu). Die Luft wird dünn für kleine Airlines, wie Hedi Schneid analysiert: Fluglinien wie die AUA befinden sich in der Zange zwischen den Premium-Anbietern auf der einen und den Billigairlines auf der anderen Seite (mehr dazu [premium].

Was Sie heute noch wissen sollten

Ukraine-Lobbying. Aus einem E-Mail-Verkehr geht hervor, dass Ex-Kanzler Alfred Gusenbauer und die „Hapsburg"-Gruppe 2013 für Ukraine-Lobbying in der EU von der damaligen Kiewer Staatsführung 700.000 Euro erhielten. „Ich habe nichts Unrechtes getan“, beteuert der Altkanzler gegenüber Christian Ultsch und Marlies Eder. Mehr dazu [premium].

Neue Buhlschaft. Die Burgtheater-Schauspielerin Caroline Peters wird kommenden Sommer in Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" an der Seite von Tobias Moretti auf dem Salzburger Domplatz spielen. Von der „Presse“ wurde Peters heuer übrigens als „Österreicherin des Jahres“ in der Sparte Kulturerbe ausgezeichnet. Mehr dazu.

Minister-Geflüster. Noch ist nicht fix, ob ÖVP und Grüne offizielle Koalitionsverhandlungen beginnen - in Boulevardmedien kursieren aber schon angebliche Ministerlisten. Grünen-Mandatar Michel Reimon ärgert sich über angebliche Info-Lecks in der ÖVP. Und der grüne Innsbrucker Bürgermeister Georg Willi fordert das Umwelt- und das Finanzministerium für seine Partei.  Mehr dazu.

Steigende Kaufkraft. Jeder Österreicher gibt im Durchschnitt pro Jahr 22.700 Euro für Konsum aus – am meisten für Ernährung und Wohnen. In einem Europa-Ranking nach absoluter Kaufkraft liegt Österreich demnach an siebenter Stelle. Mehr dazu.

Welche Magazin-Stücke Sie noch lesen könnten

Tränen im Kino. Treiben Ihnen Filme regelmäßig Tränen in die Augen? Katrin Nussmayr ist der Frage nachgegangen, warum wir uns gern der Wirkung sogenannter Tearjerker hingeben und uns glückliche Filmmomente oft mehr rühren als traurige. Mehr dazu [premium].

Kurden in Nordsyrien. „Sie wurde nur wegen ihrer Ideen ermordet“, sagt die Mutter der kurdischen Aktivistin Havrin Khalaf, die von protürkischen Milizen getötet wurde. Eine Reportage von Alfred Hackensberger aus dem nordsyrischen Grenzgebiet. Mehr dazu [premium].

Zitat des Tages

"Was wir derzeit erleben, ist der Hirntod der Nato"

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron stellt die Bündnis-Loyalität der USA infrage und kritisiert die türkische Militäroffensive in Syrien.

Worüber heute diskutiert wird

Steuergeld für Grundbesitz. Die EU-Agrarförderung dient dazu, die kleinbetriebliche Struktur der Landwirtschaft zu erhalten? Wer das glaubt, glaubt wohl auch, dass demnächst Santa Claus wieder im Rentierschlitten zum Geschenkeabliefern vorbeikommen wird, meint Josef Urschitz im Leitartikel. Es sei Zeit für ein wenig Reformdruck von unten. Diskutieren Sie mit!

Tipp für den Abend

Herumtollen mit Kindersoldaten. Der Film „Monos“ versucht, die Logik lateinamerikanischer Gewaltspiralen zu fassen. Dabei wagt Regisseur Alejandro Landes die Balance zwischen Symbolismus und Sinnlichkeit, wie Andrey Arnold in seiner Filmkritik schreibt. Mehr dazu.

Was morgen passiert

Es wird ernst in den türkis-grünen Sondierungen:  Nach einem finalen Verhandlungsmarathon der Sechser-Teams soll am Abend zumindest intern feststehen, ob man in Koalitionsverhandlungen eintritt. Formal entscheidet bei den Grünen am Sonntag der Erweiterte Bundesvorstand.

Abschied nehmen heißt es am Nachmittag am Zentralfriedhof von der legendären Opernballchefin und Schauspielerin Lotte Tobisch, die am 19. Oktober im Alter von 93 Jahren verstarb.

Bild des Tages

APA
Bei der Sanierung des Parlaments kommt ein gigantisches Baugerät zum Einsatz: 600 Tonnen schwer und rund 70 Meter hoch ist der Raupenkran, der jetzt aufgestellt wurde. Mit ihm wird ein riesiger Stahldruckring montiert, der als Unterkonstruktion für die Glaskuppel des neuen Sitzungssaals des Nationalrats dienen soll. Damit der Raupenkran bei der Montage nicht umkippt, braucht er ein zweites 200 Tonnen schweres Gerät als Gegengewicht.

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