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Zwölf Länder

"Stopp Corona"-App warnt in der EU jetzt grenzüberschreitend

REUTERS
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Die neue Version ist in den jeweiligen Stores verfügbar. Der hohe Datenschutz bleibt durch das Update unangetastet, versichert das Rote Kreuz.

Die „Stopp Corona"-App funktioniert jetzt grenzüberschreitend. Durch das Update können Nutzer Kontakte aus elf weiteren EU-Staaten warnen und auch selbst gewarnt werden. Mittlerweile sind fast die Hälfte aller Tracing-Apps in der EU interoperabel, schreibt das Rote Kreuz in einer Aussendung. Außerdem veröffentlicht es neue Zahlen: Mehr als 1,36 Millionen Downloads verzeichnet die App. Im November sprach man noch von 1,5 bis zwei Millionen Downloads. Von der 40 bis 60 prozentigen Nutzung ist man aber noch immer weit entfernt, die Gerry Foitik, Bundesrettungskommandant des Österreichischen Roten Kreuzes, für eine flächendeckende Wirkung seit Beginn anpeilte. Die App hat, gelinde gesagt, nach wie vor ein Image-Problem.

Das Rote Kreuz und Accenture starteten mit viel Elan und Hoffnung in die Entwicklung der „Stopp Corona"-App. Bereits nach einem Monat konnten erste Ergebnisse vorgelegt werden. Datenschützer wurden dann auch aktiv in den Verbesserungsprozess miteinbezogen. Diese stellten nach eingehender Untersuchung Bestnoten aus. Die App ist sicher und schützt auch vor staatlichen neugieren Augen. Die Datenhoheit liegt beim Nutzer. Einen solchen Sicherheitsstandard sieht man selten und erst recht nicht bei Apps wie Facebook, Twitter oder dem neuesten Social-Media-Hype Clubhouse. Trotzdem tummeln sich im digitalen Country-Club mehr Österreicher als in der Stopp-Corona-App. Mehr als 10.000 Nutzer konnten jedoch bisher zufällige und bewusste Kontakte per Knopfdruck über eine Infektion informieren, beziehungsweise wurden sie informiert.

Auf einen Blick

Findet Kontakt mit einem anderen Menschen (Distanz weniger als zwei Meter) für länger als 15 Minuten statt, wird dieser von der App erfasst und per anonymisiertem Schlüssel abgespeichert. Auf dem Gerät. Meldet sich nun eine Person als Verdachtsfall in der App, wird dieser als „Tagesschlüssel“ gespeichert und an die Server geschickt. In der Zwischenzeit gleicht die App am Server regelmäßig die Schlüsselkontakte ab. Gibt es eine Übereinstimmung mit einem positiven Corona-Fall, ergeht die Meldung an die App.
"Damit könne ein entscheidender Beitrag zur Eindämmung der Pandemie geleistet werden", sagt Foitik.

Selbst durch das Update, das die Interoperabilität ermöglicht, ändert sich am Datenschutz nichts: „Der hohe Datenschutz bleibt auch bei der grenzüberschreitenden Nutzung gewahrt“, versichert das Rote Kreuz. Es werden weiterhin keine personenbezogenen Daten, sondern nur automatisch generierte Schlüssel, die keine Rückschlüsse auf die Person zulassen, ausgetauscht. 

App kann das Contact-Tracing unterstützen

Seit Monaten hören wir, dass das Contact-Tracing, also das Auffinden und Informieren von Kontaktpersonen nicht funktioniert. Mit der App würde man diesen Bereich massiv unterstützen können, ist Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) überzeugt: „ Je mehr Menschen mitmachen, desto höher die Wirksamkeit.“ 

Besonders jetzt sei die App sinnvoll. Vor allem für jene, die derzeit beruflich ins EU-Ausland reisen müssen. Sollte privater grenzüberschreitender Tourismus wieder möglich sein, kann diese App (ohne zusätzlichen Roaming-Gebühren) dazu beitragen, zeitnah über eine mögliche Infektion informiert zu werden und sich testen zu lassen.

Grünes Licht der EU-Kommission

Die Interoperabilität fast aller Tracing Apps in der EU ist geplant und erfolgt in mehreren Ausbauschritten nach Freigabe der EU-Kommission. Österreich ist jetzt an der Reihe. Damit können die Warnapps aus insgesamt zwölf EU-Staaten bereits miteinander kommunizieren, darunter etwa die deutsche „Corona-Warn-App“, die italienische „Immuni“ App und die finnische „Koronavilkku“ App. 

Zusätzliche Weiterentwicklungen der Stopp Corona-App sind geplant, mit dem Update wird auch die Nutzerfreundlichkeit verbessert. So gibt es jetzt einen eigenen Button, um einen Verdachtsfall zu melden.