Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Pressekonferenz in Kiew: Die Republik trage alle Strafmaßnahmen der EU mit, versicherte Nehammer Wolodymyr Selenskij.
Premium
Visite

Das Kiew-Abenteuer des Karl Nehammer

In Wolodymyr Selenskijs schwer bewachtem Präsidentenpalast sicherte der Kanzler Unterstützung zu, ehe es in den Schreckensort Butscha ging, wo Leichen in Massengräbern verscharrt wurden. Eine Visite in Zeiten des Krieges.

Sandsäcke, überall stapeln sich Sandsäcke, auf den abgedunkelten Fluren, auf den Treppen, sogar in den Fenstern des ukrainischen Präsidentenpalasts. Mobiltelefone, iPads, die Journalisten müssen all ihre elektronischen Geräte abgeben. Sie werden über einen Hintereingang zur Pressekonferenz ins Gästehaus geschleust, vorbei an schwerbewaffneten Soldaten mit Splitterwesten. Nach einer halben Stunde erscheint Präsident Wolodymyr Selenskij in einem stuckverzierten mintgrünen Salon – in Turnschuhen und in einem kurzärmeligen Militärhemd. Neben ihm steht Bundeskanzler Karl Nehammer im blauen Pullover und in festen Schuhen. In der ersten Reihe sitzt der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba in einem Kapuzensweater. Eine Visite in Zeiten des Krieges.

Selenskij bedankt sich mehrmals bei seinem Gast: für den „sehr wichtigen“ Besuch, für die humanitäre Hilfe der vergangenen Wochen – und für die weiteren Diesellieferungen, für die 20 Rettungswägen und die zehn Tanklöschfahreuge, die ihm Nehammer soeben in einem Gespräch zugesagt hat. Selenskij weiß die Geste zu schätzen: Österreichs Bundeskanzler ist nach den Ministerpräsidenten Polens, Sloweniens, Tschechiens und der Slowakei erst der fünfte EU-Regierungschef, der seit Ausbruch des Krieges nach Kiew gekommen ist.